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Montag, 16. Januar 2017 – 22:51 Uhr
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Markus Schnitzler

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Markus SchnitzlerMarkus Schnitzler

An diesem Abend haben Sie den Weg zu MSchnitzler2000 gefunden. Ich begrüße Sie auf meiner persönlichen Website und danke Ihnen für Ihr Interesse!

Mein Name ist Markus Schnitzler. Ich bin 37 Jahre alt und lebe in Düren, einer mittelgroßen Stadt in Nordrhein-Westfalen. Ich habe im Jahr 2005 mein Germanistik-Studium erfolgreich mit dem Titel Magister Artium (MA) abgeschlossen. Derzeit arbeite ich als freier Mitarbeiter in der Online-Redaktion, als Texter in einer Internet-Firma und als Nachhilfelehrer. Meine Interessen am Schreiben und Internet habe ich kombiniert und so meine Website erstellt.

Die Themen meiner Website sehen Sie oben im Menü. Eine ausführlichere Vorschau bietet das Inhaltsverzeichnis.

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Beitrag von Markus Schnitzler.

 Meine Blogs

Neben meiner Website betreibe ich zwei Blogs. In meinem Blog „Kein Blatt“ schreibe ich über alle möglichen Dinge, die mir in meinem Leben auffallen. Bei „Erlebnis Sprache“ geht es hingegen um sprachliche Phänomene. Hier sehen Sie auf der Website jeweils einen Ausschnitt des aktuellen Beitrags. Die vollständigen Texte sowie weitere Informationen erhalten Sie auf den verlinkten Seiten und natürlich direkt in den Blogs.

 Kein Blatt

Blog Kein BlattBlog Kein Blatt

Kein Blatt

Mit Optimismus und Fakten ins neue Jahr 2017

31.12.2016 14:56

Es ist mal wieder soweit. In einigen Stunden wechselt das Datum vom 31. Dezember auf den 1. Januar und dann benutzen wir eine neue Jahreszahl. Dieser Wechsel lädt immer dazu ein, auf das zu Ende gehende Jahr zurückzublicken und sich etwas für das neue Jahr vorzunehmen. Das möchte ich nun auch tun, aber zugleich die Sinnhaftigkeit solcher Handlungen in Frage stellen. Denn wichtig ist vor allem, dass wir die wirklichen Probleme in den Mittelpunkt stellen und die Fakten so betrachten, dass wir zu vernünftigen Lösungen kommen können.

Viele Rückblicke auf das Jahr 2016 sind mit drastischen negativen Ausdrücken verbunden. Es war angeblich ein beschissenes Jahr, das sich endlich verpissen soll, gerne auch auf Englisch mit „fuck off“ beschrieben. Aber war es wirklich so schlimm? Viele Beobachter verweisen darauf, dass ja viele Prominente gestorben seien. Doch die große Zahl lässt sich leicht erklären. Zum Beispiel damit, dass viele dieser Prominenten schon lange aktiv waren und dass heutzutage viel mehr Menschen zu Prominenten erklärt werden. Oft erscheint es heuchlerisch, wenn vor allem bei Facebook Todesmeldungen bedauert werden. Doch wie viele Menschen kannten den Verstorbenen wirklich?

Außerdem gibt es Todesfälle, die wir viel mehr beklagen sollten als die von Musiker X oder Schauspielerin Y. Da wären unter anderem die Menschen in Aleppo und anderen Städten in Syrien zu nennen, die im Krieg ermordet wurden. Durch sinnlose Gewalt gab und gibt es viel mehr Tote als auf der Prominenten-Liste.

Da kommen wir am Thema Terrorismus nicht vorbei. Nach dem jüngsten Anschlag auf dem Breitscheidplatz in Berlin meldeten sich ganz schnell ganz viele Kritiker und Besserwisser. Angela Merkel und ihre Flüchtlingspolitik wurden mal wieder zu Schuldigen erklärt und vor allem aus der Satire-Partei CSU kamen wieder lange Listen von Vorschlägen, mehr Videoüberwachung etc. Solche hysterischen Reaktionen zeigen die Auswüchse der postfaktischen Welt. Denn mit Fakten und Vernunft haben sie nichts zu tun. Die Probleme sind ganz andere: Zu viel Bürokratie und Kompetenzgerangel gehören dazu. Von Kameras lassen sich Terroristen auch nicht abschrecken, sondern im Gegenteil durch die Aufmerksamkeit motivieren.

Besonders problematisch ist, dass viele Menschen nicht mehr in der Lage sind, längerfristige Entwicklungen zu überblicken und Dinge in größere Zusammenhänge einzuordnen. Wir leben in einer Welt von Eilmeldungen, plötzlicher Hysterie, zu kurzer Aufmerksamkeit und schneller Themenwechsel. Der Krieg in Syrien und die Terroristen sind nicht plötzlich aufgetaucht. Sie sind die Folgen einer über Jahre andauernden politischen und gesellschaftlichen Destabilisierung dieser Region. Auch die Flüchtlinge, die vor allem seit dem Herbst 2015 in Deutschland für Diskussionen und politische Radikalisierung sorgen, standen nicht plötzlich vor unserer Grenze. Wir haben uns nur lange Zeit nicht für die Ursachen ihrer Flucht interessiert. Das war ja alles weit weg in Afrika und oder im Nahen Osten. Hallo, schon mal was von Globalisierung gehört? Alles gehört zusammen; wir können es uns in Deutschland nicht gemütlich machen und die Welt da draußen ignorieren.

Lieber sollten wir uns gedanklich mal in unsere Kindheit zurückversetzen. Welche Frage war damals am wichtigsten, als wir die Welt erkundet haben? Richtig, die Frage nach dem Warum. Warum ist der Himmel blau? Kinder gehen neugierig mit offenen Augen und Ohren durch die Welt. Für all das, was sie dort wahrnehmen, wollen sie Erklärungen haben. Das ständige Nachfragen kann für die Eltern schon mal lästig werden, aber es ist genau die richtige Einstellung, die wir Erwachsene ebenso nutzen sollten. Es gibt viel zu viele Vorurteile, Vermutungen, Lügen und Verschwörungstheorien. Lasst uns das Postfaktische als Wort des Jahres vertreiben und endlich wieder Fakten, Vernunft und Geduld in den Mittelpunkt stellen!

Auch wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, setzt sich irgendwann die Sonne durch.
Foto: Dennis Skley, flickr.com, CC BY-ND 2.0

Ängste und ablehnende Einstellungen entstehen immer dann, wenn wir etwas nicht genau wissen oder jemanden nicht genau kennen. Wir müssen mehr Interesse für die Menschen um uns herum zeigen. Auch das ist etwas, was Kinder viel besser beherrschen als viele Erwachsene. Sie lassen sich von anderen Kulturkreisen, Religionen oder Hautfarben nicht irritieren. Wenn jemand anders aussieht oder sich ungewohnt verhält, reagieren sie nicht mit Ablehnung, sondern fragen – siehe oben – nach dem Warum.

Wir können jeden Tag etwas Neues lernen, wenn wir uns ernsthaft für die Welt und insbesondere die Menschen interessieren. Die Welt verändert sich nicht in der Nacht vom 31. Dezember zum 1. Januar, sondern befindet sich in einem ständigen Wandel, wie es schon die alten Griechen mit dem Ausdruck „ panta rhei“ beschrieben. Wir sollten stets das große Ganze im Blick behalten und dabei zugleich jeden Menschen als Individuum mit Stärken und Schwächen betrachten. Wenn wir das beherzigen, können wir die nächsten zwölf Monate sowie die folgenden Jahre optimistisch betrachten. Jeder von uns hat die Chance, die Welt ein bisschen besser zu machen. Auf geht’s!

Kein Blatt

Mit Optimismus und Fakten ins neue Jahr 2017

31.12.2016 14:56

Es ist mal wieder soweit. In einigen Stunden wechselt das Datum vom 31. Dezember auf den 1. Januar und dann benutzen wir eine neue Jahreszahl. Dieser Wechsel lädt immer dazu ein, auf das zu Ende gehende Jahr zurückzublicken und sich etwas für das neue Jahr vorzunehmen. Das möchte ich nun auch tun, aber zugleich die Sinnhaftigkeit solcher Handlungen in Frage stellen. Denn wichtig ist vor allem, dass wir die wirklichen Probleme in den Mittelpunkt stellen und die Fakten so betrachten, dass wir zu vernünftigen Lösungen kommen können.

Viele Rückblicke auf das Jahr 2016 sind mit drastischen negativen Ausdrücken verbunden. Es war angeblich ein beschissenes Jahr, das sich endlich verpissen soll, gerne auch auf Englisch mit „fuck off“ beschrieben. Aber war es wirklich so schlimm? Viele Beobachter verweisen darauf, dass ja viele Prominente gestorben seien. Doch die große Zahl lässt sich leicht erklären. Zum Beispiel damit, dass viele dieser Prominenten schon lange aktiv waren und dass heutzutage viel mehr Menschen zu Prominenten erklärt werden. Oft erscheint es heuchlerisch, wenn vor allem bei Facebook Todesmeldungen bedauert werden. Doch wie viele Menschen kannten den Verstorbenen wirklich?

Außerdem gibt es Todesfälle, die wir viel mehr beklagen sollten als die von Musiker X oder Schauspielerin Y. Da wären unter anderem die Menschen in Aleppo und anderen Städten in Syrien zu nennen, die im Krieg ermordet wurden. Durch sinnlose Gewalt gab und gibt es viel mehr Tote als auf der Prominenten-Liste.

Da kommen wir am Thema Terrorismus nicht vorbei. Nach dem jüngsten Anschlag auf dem Breitscheidplatz in Berlin meldeten sich ganz schnell ganz viele Kritiker und Besserwisser. Angela Merkel und ihre Flüchtlingspolitik wurden mal wieder zu Schuldigen erklärt und vor allem aus der Satire-Partei CSU kamen wieder lange Listen von Vorschlägen, mehr Videoüberwachung etc. Solche hysterischen Reaktionen zeigen die Auswüchse der postfaktischen Welt. Denn mit Fakten und Vernunft haben sie nichts zu tun. Die Probleme sind ganz andere: Zu viel Bürokratie und Kompetenzgerangel gehören dazu. Von Kameras lassen sich Terroristen auch nicht abschrecken, sondern im Gegenteil durch die Aufmerksamkeit motivieren.

Besonders problematisch ist, dass viele Menschen nicht mehr in der Lage sind, längerfristige Entwicklungen zu überblicken und Dinge in größere Zusammenhänge einzuordnen. Wir leben in einer Welt von Eilmeldungen, plötzlicher Hysterie, zu kurzer Aufmerksamkeit und schneller Themenwechsel. Der Krieg in Syrien und die Terroristen sind nicht plötzlich aufgetaucht. Sie sind die Folgen einer über Jahre andauernden politischen und gesellschaftlichen Destabilisierung dieser Region. Auch die Flüchtlinge, die vor allem seit dem Herbst 2015 in Deutschland für Diskussionen und politische Radikalisierung sorgen, standen nicht plötzlich vor unserer Grenze. Wir haben uns nur lange Zeit nicht für die Ursachen ihrer Flucht interessiert. Das war ja alles weit weg in Afrika und oder im Nahen Osten. Hallo, schon mal was von Globalisierung gehört? Alles gehört zusammen; wir können es uns in Deutschland nicht gemütlich machen und die Welt da draußen ignorieren.

Lieber sollten wir uns gedanklich mal in unsere Kindheit zurückversetzen. Welche Frage war damals am wichtigsten, als wir die Welt erkundet haben? Richtig, die Frage nach dem Warum. Warum ist der Himmel blau? Kinder gehen neugierig mit offenen Augen und Ohren durch die Welt. Für all das, was sie dort wahrnehmen, wollen sie Erklärungen haben. Das ständige Nachfragen kann für die Eltern schon mal lästig werden, aber es ist genau die richtige Einstellung, die wir Erwachsene ebenso nutzen sollten. Es gibt viel zu viele Vorurteile, Vermutungen, Lügen und Verschwörungstheorien. Lasst uns das Postfaktische als Wort des Jahres vertreiben und endlich wieder Fakten, Vernunft und Geduld in den Mittelpunkt stellen!

Auch wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, setzt sich irgendwann die Sonne durch.
Foto: Dennis Skley, flickr.com, CC BY-ND 2.0

Ängste und ablehnende Einstellungen entstehen immer dann, wenn wir etwas nicht genau wissen oder jemanden nicht genau kennen. Wir müssen mehr Interesse für die Menschen um uns herum zeigen. Auch das ist etwas, was Kinder viel besser beherrschen als viele Erwachsene. Sie lassen sich von anderen Kulturkreisen, Religionen oder Hautfarben nicht irritieren. Wenn jemand anders aussieht oder sich ungewohnt verhält, reagieren sie nicht mit Ablehnung, sondern fragen – siehe oben – nach dem Warum.

Wir können jeden Tag etwas Neues lernen, wenn wir uns ernsthaft für die Welt und insbesondere die Menschen interessieren. Die Welt verändert sich nicht in der Nacht vom 31. Dezember zum 1. Januar, sondern befindet sich in einem ständigen Wandel, wie es schon die alten Griechen mit dem Ausdruck „ panta rhei“ beschrieben. Wir sollten stets das große Ganze im Blick behalten und dabei zugleich jeden Menschen als Individuum mit Stärken und Schwächen betrachten. Wenn wir das beherzigen, können wir die nächsten zwölf Monate sowie die folgenden Jahre optimistisch betrachten. Jeder von uns hat die Chance, die Welt ein bisschen besser zu machen. Auf geht’s!

Quelle: http://www.kein-blatt.de/rss

 Erlebnis Sprache

Erlebnis Sprache BlogErlebnis Sprache Blog

Erlebnis Sprache

Ein kleines Wort bedroht den Genitiv

15.09.2016 23:16

Wer kennt noch den Genitiv? Viele Mitarbeiter beim Fernsehen offensichtlich nicht mehr. Denn der korrekte Gebrauch dieser grammatischen Form wird von einem kleinen Wort bedroht. Dieses kleine Wort heißt „von“.

In den vergangenen Tagen habe ich mehrere Shows und Magazine im Fernsehen verfolgt. Regelmäßig wurden dabei die Eltern oder andere Verwandte einer Person gezeigt, die in der Sendung auftrat. Interessant war dabei aus sprachlicher Sicht der Blick auf die Bauchbinden. Auf den Bauchbinden stand unter dem jeweiligen Namen „Mutter von Sophie“, „Eltern von Maximilian“ (In den Beispielen verwende ich die beliebtesten Vornamen des vergangenen Jahres.) oder Ähnliches. Das betrifft nicht eine, sondern mehrere voneinander unabhängige Sendungen.

In der Schule habe ich andere Regeln gelernt. Demnach bezeichnet man den weiblichen Elternteil des Mädchens als „Sophies Mutter“ und die direkten Vorfahren des Jungen als „Maximilians Eltern“. Vorname + Genitiv-s + Substantiv. Eigentlich ganz einfach, oder? Es ist keinesfalls komplizierter als die Form, die im Fernsehen zu sehen war. Man spart demgegenüber sogar ein Wort; der Ausdruck wird kürzer und passt besser zu einer begrenzten Zeichenzahl wie in der Bauchbinde.

Gute Frage!

Foto: Flickr, Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Ausnahmen gelten nur in wenigen Fällen, vor allem wenn es um eine unbestimmte Menge geht. Eine Liste von Vornamen enthält eine unbestimmte Menge dieser sprachlichen Einheiten. Die Liste der zehn beliebtesten Vornamen ist hingegen klar begrenzt. Apropos Zahlwörter: Da greift auch eine Ausnahme, vor allem bei Zahlen, die größer als drei sind, zum Beispiel bei der Mutter von vier Kindern.

Aber woher kommt dann diese sprachliche Schwäche bei den Fernsehmitarbeitern? Sind sie zu schlecht ausgebildet? Haben sie vergessen, was sie in der Schule gelernt haben? Da kann man nur spekulieren. Eine Erklärung, die beim Verfall der deutschen Sprache oft angeführt wird, scheidet in diesem Fall allerdings aus. An der Verbreitung der englischen Sprache, also einem grammatischen Anglizismus kann es nicht liegen. Die Englischsprecher benutzen zwar meistens statt des Genitivs eine Konstruktion mit „of“, also beispielsweise „the colour of love“, aber gerade beim possessiven Genitiv, also bei Personen verwenden sie eine ähnliche Konstruktionen wie wir in der deutschen Sprache: „Mary’s mother“, „Peter’s parents“. Deshalb bezeichnet man diese Form übrigens auch als sächsischen Genitiv.

Umgangssprachlich und in Dialekten sind natürlich jederzeit viele Varianten möglich. In meiner Heimat kennen wir als Eigenart des kölschen Dialekts beispielsweise den Wemsing-Genitiv (Ich spare mir an dieser Stelle eine Erklärung und verweise auf den verlinkten Artikel.). Aber Mitarbeiter von deutschlandweit ausgestrahlten TV-Sendungen sollten sich sprachlich schon an die allgemeinen Regeln der deutschen Sprache halten. Vielleicht erinnern wir uns einfach auch mal an die Zeiten, in denen wir Grimms Märchen oder „Des Kaisers neue Kleider“ gelesen haben.

Erlebnis Sprache

Ein kleines Wort bedroht den Genitiv

15.09.2016 23:16

Wer kennt noch den Genitiv? Viele Mitarbeiter beim Fernsehen offensichtlich nicht mehr. Denn der korrekte Gebrauch dieser grammatischen Form wird von einem kleinen Wort bedroht. Dieses kleine Wort heißt „von“.

In den vergangenen Tagen habe ich mehrere Shows und Magazine im Fernsehen verfolgt. Regelmäßig wurden dabei die Eltern oder andere Verwandte einer Person gezeigt, die in der Sendung auftrat. Interessant war dabei aus sprachlicher Sicht der Blick auf die Bauchbinden. Auf den Bauchbinden stand unter dem jeweiligen Namen „Mutter von Sophie“, „Eltern von Maximilian“ (In den Beispielen verwende ich die beliebtesten Vornamen des vergangenen Jahres.) oder Ähnliches. Das betrifft nicht eine, sondern mehrere voneinander unabhängige Sendungen.

In der Schule habe ich andere Regeln gelernt. Demnach bezeichnet man den weiblichen Elternteil des Mädchens als „Sophies Mutter“ und die direkten Vorfahren des Jungen als „Maximilians Eltern“. Vorname + Genitiv-s + Substantiv. Eigentlich ganz einfach, oder? Es ist keinesfalls komplizierter als die Form, die im Fernsehen zu sehen war. Man spart demgegenüber sogar ein Wort; der Ausdruck wird kürzer und passt besser zu einer begrenzten Zeichenzahl wie in der Bauchbinde.

Gute Frage!

Foto: Flickr, Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Ausnahmen gelten nur in wenigen Fällen, vor allem wenn es um eine unbestimmte Menge geht. Eine Liste von Vornamen enthält eine unbestimmte Menge dieser sprachlichen Einheiten. Die Liste der zehn beliebtesten Vornamen ist hingegen klar begrenzt. Apropos Zahlwörter: Da greift auch eine Ausnahme, vor allem bei Zahlen, die größer als drei sind, zum Beispiel bei der Mutter von vier Kindern.

Aber woher kommt dann diese sprachliche Schwäche bei den Fernsehmitarbeitern? Sind sie zu schlecht ausgebildet? Haben sie vergessen, was sie in der Schule gelernt haben? Da kann man nur spekulieren. Eine Erklärung, die beim Verfall der deutschen Sprache oft angeführt wird, scheidet in diesem Fall allerdings aus. An der Verbreitung der englischen Sprache, also einem grammatischen Anglizismus kann es nicht liegen. Die Englischsprecher benutzen zwar meistens statt des Genitivs eine Konstruktion mit „of“, also beispielsweise „the colour of love“, aber gerade beim possessiven Genitiv, also bei Personen verwenden sie eine ähnliche Konstruktionen wie wir in der deutschen Sprache: „Mary’s mother“, „Peter’s parents“. Deshalb bezeichnet man diese Form übrigens auch als sächsischen Genitiv.

Umgangssprachlich und in Dialekten sind natürlich jederzeit viele Varianten möglich. In meiner Heimat kennen wir als Eigenart des kölschen Dialekts beispielsweise den Wemsing-Genitiv (Ich spare mir an dieser Stelle eine Erklärung und verweise auf den verlinkten Artikel.). Aber Mitarbeiter von deutschlandweit ausgestrahlten TV-Sendungen sollten sich sprachlich schon an die allgemeinen Regeln der deutschen Sprache halten. Vielleicht erinnern wir uns einfach auch mal an die Zeiten, in denen wir Grimms Märchen oder „Des Kaisers neue Kleider“ gelesen haben.

Quelle: http://www.erlebnis-sprache.de/rss

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 Stefanie Heinzmann in Leverkusen (7. November 2016)

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