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Mittwoch, 23. August 2017 – 19:42 Uhr
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Wenn Sie sich meine Website angesehen haben, wissen Sie, dass ich ein ziemlich abwechslungsreiches Leben führe und aus meinen vielfältigen Tätigkeiten zahlreiche Eindrücke gewinne. Es gibt viele Dinge, die mir auffallen und über die ich nachdenke. Die Eindrücke möchte ich mit der Welt teilen und zu diesem Zweck nutze ich mein Blog „Kein Blatt“. Was dieser geheimnisvolle Name bedeutet, erfahren Sie direkt auf der Blog-Website.

Blog Kein BlattBlog Kein Blatt
Quelle: http://www.kein-blatt.de/rss

Die Vergangenheit bleibt gegenwärtig

27.01.2017 00:32

Heute ist wieder der 27. Januar, der Tag, an dem sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau jährt. Dieses Ereignis liegt nun 72 Jahre zurück und dennoch ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wie er offiziell heißt, in diesem Jahr so wichtig wie selten zuvor.

Schließlich leben wir in einer Zeit, in der die Welt ins Wanken gerät. Rechtsextreme Politiker hetzen gegen das Gedenken an den Holocaust, statt die Verbrechen der Nationalsozialisten als das zu bezeichnen, was sie wirklich sind, nämlich Verbrechen, die die menschliche Vorstellungskraft durch ihre unfassbare Grausamkeit überfordert haben. Hitler missbrauchte damals eine instabile politische Lage und eine verunsicherte Bevölkerung, um seine Schreckensherrschaft aufzubauen. Aus der Diskriminierung und Ausgrenzung bestimmter Gruppen entwickelten sich der Zweite Weltkrieg und der Holocaust. Millionen Menschen verloren ihr Leben auf grausamste Weise.

Jeder weiß mehr oder weniger genau, was damals passierte. Wir lernen es in der Schule und es gibt zahllose Möglichkeiten, sich jeden Tag mit dieser dunklen Vergangenheit zu beschäftigen. Viele Bücher wurden geschrieben über die Ereignisse, über die Opfer, über die Täter, über die Ursachen, über die Folgen. Es gibt Eindrücke von Menschen, die das Grauen selbst erlebt haben, in Form von Tagebüchern, Augenzeugenberichten und schriftlich festgehaltenen Erinnerungen. Das Thema wurde aus verschiedenen Perspektiven in vielen Dokumentar- und Spielfilmen dargestellt. Anne Frank und viele andere Opfer, Viktor Frankl, Eva Schloss, Władysław Szpilman und viele andere Holocaust-Überlebende, Sophie Scholl, Georg Elser und andere Widerstandskämpfer, Oskar Schindler, Witold Pilecki stehen stellvertretend für das, was in der NS-Zeit geschehen ist. Niemand kann heutzutage sagen, dass er keine Ahnung von diesem Teil der Vergangenheit hat. Die Fakten sind jederzeit leicht zugänglich.

image

Sklavenarbeiter im KZ Buchenwald bei der Befreiung kurz nach der Befreiung des Lagers
Foto: Private H. Miller (Army), Public Domain, Wikimedia Commons

Die Geschichten sind schockierend und traurig, die Filme wirken intensiv und es gibt viele drastische, grausame Bilder wie das oben gezeigte. Ich habe dieses berühmte Foto bewusst ausgewählt, gerade weil der Anblick unerträglich ist. Wir müssen uns ständig daran erinnern und vor Augen führen, wie grausam der Krieg und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit damals waren. Vor allem müssen wir uns bewusst sein, wie es damals zu diesen Grausamkeiten kam. Der Holocaust kam nicht plötzlich.

Dieses Wissen und dieses Bewusstsein sind zusammen das beste Mittel gegen neue, aufstrebende Formen von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Wer sich seriös mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, der Judenverfolgung, des Holocaust und der massenhaften Vernichtung unschuldiger Menschen beschäftigt hat, ist immun gegen böse Parolen. Die Juden und andere von den Nazis gequälte und zerstörte Menschen waren damals so unschuldig wie es heute die Flüchtlinge, Ausländer oder andere Minderheiten sind.

Die Vergangenheit bleibt gegenwärtig, auch 72 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz.

Mit Optimismus und Fakten ins neue Jahr 2017

31.12.2016 14:56

Es ist mal wieder soweit. In einigen Stunden wechselt das Datum vom 31. Dezember auf den 1. Januar und dann benutzen wir eine neue Jahreszahl. Dieser Wechsel lädt immer dazu ein, auf das zu Ende gehende Jahr zurückzublicken und sich etwas für das neue Jahr vorzunehmen. Das möchte ich nun auch tun, aber zugleich die Sinnhaftigkeit solcher Handlungen in Frage stellen. Denn wichtig ist vor allem, dass wir die wirklichen Probleme in den Mittelpunkt stellen und die Fakten so betrachten, dass wir zu vernünftigen Lösungen kommen können.

Viele Rückblicke auf das Jahr 2016 sind mit drastischen negativen Ausdrücken verbunden. Es war angeblich ein beschissenes Jahr, das sich endlich verpissen soll, gerne auch auf Englisch mit „fuck off“ beschrieben. Aber war es wirklich so schlimm? Viele Beobachter verweisen darauf, dass ja viele Prominente gestorben seien. Doch die große Zahl lässt sich leicht erklären. Zum Beispiel damit, dass viele dieser Prominenten schon lange aktiv waren und dass heutzutage viel mehr Menschen zu Prominenten erklärt werden. Oft erscheint es heuchlerisch, wenn vor allem bei Facebook Todesmeldungen bedauert werden. Doch wie viele Menschen kannten den Verstorbenen wirklich?

Außerdem gibt es Todesfälle, die wir viel mehr beklagen sollten als die von Musiker X oder Schauspielerin Y. Da wären unter anderem die Menschen in Aleppo und anderen Städten in Syrien zu nennen, die im Krieg ermordet wurden. Durch sinnlose Gewalt gab und gibt es viel mehr Tote als auf der Prominenten-Liste.

Da kommen wir am Thema Terrorismus nicht vorbei. Nach dem jüngsten Anschlag auf dem Breitscheidplatz in Berlin meldeten sich ganz schnell ganz viele Kritiker und Besserwisser. Angela Merkel und ihre Flüchtlingspolitik wurden mal wieder zu Schuldigen erklärt und vor allem aus der Satire-Partei CSU kamen wieder lange Listen von Vorschlägen, mehr Videoüberwachung etc. Solche hysterischen Reaktionen zeigen die Auswüchse der postfaktischen Welt. Denn mit Fakten und Vernunft haben sie nichts zu tun. Die Probleme sind ganz andere: Zu viel Bürokratie und Kompetenzgerangel gehören dazu. Von Kameras lassen sich Terroristen auch nicht abschrecken, sondern im Gegenteil durch die Aufmerksamkeit motivieren.

Besonders problematisch ist, dass viele Menschen nicht mehr in der Lage sind, längerfristige Entwicklungen zu überblicken und Dinge in größere Zusammenhänge einzuordnen. Wir leben in einer Welt von Eilmeldungen, plötzlicher Hysterie, zu kurzer Aufmerksamkeit und schneller Themenwechsel. Der Krieg in Syrien und die Terroristen sind nicht plötzlich aufgetaucht. Sie sind die Folgen einer über Jahre andauernden politischen und gesellschaftlichen Destabilisierung dieser Region. Auch die Flüchtlinge, die vor allem seit dem Herbst 2015 in Deutschland für Diskussionen und politische Radikalisierung sorgen, standen nicht plötzlich vor unserer Grenze. Wir haben uns nur lange Zeit nicht für die Ursachen ihrer Flucht interessiert. Das war ja alles weit weg in Afrika und oder im Nahen Osten. Hallo, schon mal was von Globalisierung gehört? Alles gehört zusammen; wir können es uns in Deutschland nicht gemütlich machen und die Welt da draußen ignorieren.

Lieber sollten wir uns gedanklich mal in unsere Kindheit zurückversetzen. Welche Frage war damals am wichtigsten, als wir die Welt erkundet haben? Richtig, die Frage nach dem Warum. Warum ist der Himmel blau? Kinder gehen neugierig mit offenen Augen und Ohren durch die Welt. Für all das, was sie dort wahrnehmen, wollen sie Erklärungen haben. Das ständige Nachfragen kann für die Eltern schon mal lästig werden, aber es ist genau die richtige Einstellung, die wir Erwachsene ebenso nutzen sollten. Es gibt viel zu viele Vorurteile, Vermutungen, Lügen und Verschwörungstheorien. Lasst uns das Postfaktische als Wort des Jahres vertreiben und endlich wieder Fakten, Vernunft und Geduld in den Mittelpunkt stellen!

Auch wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, setzt sich irgendwann die Sonne durch.
Foto: Dennis Skley, flickr.com, CC BY-ND 2.0

Ängste und ablehnende Einstellungen entstehen immer dann, wenn wir etwas nicht genau wissen oder jemanden nicht genau kennen. Wir müssen mehr Interesse für die Menschen um uns herum zeigen. Auch das ist etwas, was Kinder viel besser beherrschen als viele Erwachsene. Sie lassen sich von anderen Kulturkreisen, Religionen oder Hautfarben nicht irritieren. Wenn jemand anders aussieht oder sich ungewohnt verhält, reagieren sie nicht mit Ablehnung, sondern fragen – siehe oben – nach dem Warum.

Wir können jeden Tag etwas Neues lernen, wenn wir uns ernsthaft für die Welt und insbesondere die Menschen interessieren. Die Welt verändert sich nicht in der Nacht vom 31. Dezember zum 1. Januar, sondern befindet sich in einem ständigen Wandel, wie es schon die alten Griechen mit dem Ausdruck „ panta rhei“ beschrieben. Wir sollten stets das große Ganze im Blick behalten und dabei zugleich jeden Menschen als Individuum mit Stärken und Schwächen betrachten. Wenn wir das beherzigen, können wir die nächsten zwölf Monate sowie die folgenden Jahre optimistisch betrachten. Jeder von uns hat die Chance, die Welt ein bisschen besser zu machen. Auf geht’s!

Respekt, mein Lieber!

24.11.2016 19:28

Die Meldungen häufen sich. Wir erfahren in diesen Tagen von immer mehr Fällen, in denen Menschen anderen Menschen nicht geholfen haben oder sie brutal angegriffen haben. Ein Fall ereignete sich in meiner Heimatstadt Düren, wo ein Streit mit einem Mitarbeiter des Ordnungsamt so eskalierte, dass mehrere Männer auf Polizisten losgingen und mindestens einen von ihnen schwer verletzten. Der Fall erhielt soviel Aufmerksamkeit, dass er in den letzten Tagen in mindestens zwei Talkshows besprochen wurde. Vor ein paar Wochen gab es den Fall eines Mannes, der in einer Bankfiliale auf dem Boden lag und schließlich starb, weil sich mehrere Bankkunden nicht für ihn interessierten. Gerade heute lese ich einen Bericht über einen Rollstuhlfahrer, der zu Boden fiel, als er den Rollstuhl aus dem Auto holen wollte. Auch ihm halfen mehrere Menschen nicht, obwohl sie ausdrücklich darum gebeten wurden. Als Frank Plasberg am Montag mit seinen Gästen bei „ Hart aber fair“ über die Verrohung der Gesellschaft sprach, wurde eine Geschichte mit besonders dreisten Gaffern in Timmendorfer Strand behandelt, die den Rettungskräften bei einem Großbrand die bereitgestellten Brötchen klauten.

All diese Menschen, die sich rücksichtslos und brutal verhalten haben, können und müssen natürlich bestraft werden. Bei den Bankkunden ist ganz klar der Straftatbestand der unterlassenen Hilfeleistung erfüllt, bei dem Vorfall mit dem Rollstuhlfahrer geht es zumindest in diese Richtung. Beim Dürener Fall liegt natürlich eine Körperverletzung vor und bei der Brötchen-Geschichte  haben wir es mindestens mit Diebstahl zu tun. Doch abgesehen von der strafrechtlichen Bewertung stellt sich angesichts solcher Geschichten stellt sich auch die einfache Frage: Was ist das los? Warum verhalten sich Menschen so und was kann man tun, um so etwas zu verhindern?

Interesse und Respekt zeigen!

Feindliche Einstellungen und Aktionen gegenüber Ausländern sind häufig dort zu beobachten, wo kaum Ausländer leben, siehe beispielsweise Dresden und Pegida. Das Unbekannte erzeugt Unsicherheit und Ängste. Das gilt allerdings nur dann, wenn man sich nicht darum, bemüht aus dem Unbekannten etwas Bekanntes werden zu lassen. Wer sich mit möglichst vielen verschiedenen Menschen beschäftigt, ist weniger anfällig für Vorurteile und Schlimmeres. Ausländische, behinderte, sexuell anders orientierte, anders aussehende oder anders denkende Menschen sind zunächst einmal einfach nur Menschen. Jeder Jeck ist anders, sagt man bei uns. Das ist gut so. Eine Welt, in der alle gleich sind, wäre einfach nur langweilig.

Wenn wir soweit sind, dass wir uns mit anderen Menschen beschäftigen, ist der nächste Schritt, mit ihnen respektvoll umzugehen. Manche Menschen haben körperliche Einschränkungen, sind intellektuell nicht auf höchstem Niveau oder haben eine von der Mehrheit abweichende Lebensweise. Doch sie haben alle Respekt, Rücksicht und Toleranz verdient. Schlecht sind nicht die Menschen, sondern nur manche Verhaltensweisen, wie zum Beispiel die eingangs erwähnten Mängel.

Gelassenheit und Ruhe ausstrahlen!

Es gibt natürlich immer wieder Situationen, in denen wir nervlich und körperlich belastet sind, und Phasen, in denen wir schlecht gelaunt sind. Es ist völlig normal, dass man sich mal über etwas oder jemanden ärgert. Manchmal fühlen wir uns von der Welt überfordert. Doch all diese nachvollziehbaren Schwierigkeiten, die ich natürlich auch selbst kenne und erlebe, dürfen nicht dazu führen, dass wir ausrasten. Wir brauen mehr Gelassenheit und Ruhe in dieser Welt. Auf viele Dinge haben wir sowieso keinen Einfluss. Da bringt es nichts, sich aufzuregen. Bei den Dingen, die wir beeinflussen können, sollten wir uns auf die positive Energie konzentrieren. Probleme werden nicht durch Jammern und erst recht nicht durch aggressives Verhalten gelöst, sondern durch konstruktives Bemühen. Wenn wir die Problemlösung dann noch gemeinsam mit anderen Menschen anpacken können, wird es umso leichter. Dann kommen wir einer friedlichen und freundlichen Gemeinschaft näher.

Foto: s.ralph2010, Ruhe, flickr.com, Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Die Vergangenheit bleibt gegenwärtig

27.01.2017 00:32

Heute ist wieder der 27. Januar, der Tag, an dem sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau jährt. Dieses Ereignis liegt nun 72 Jahre zurück und dennoch ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wie er offiziell heißt, in diesem Jahr so wichtig wie selten zuvor.

Schließlich leben wir in einer Zeit, in der die Welt ins Wanken gerät. Rechtsextreme Politiker hetzen gegen das Gedenken an den Holocaust, statt die Verbrechen der Nationalsozialisten als das zu bezeichnen, was sie wirklich sind, nämlich Verbrechen, die die menschliche Vorstellungskraft durch ihre unfassbare Grausamkeit überfordert haben. Hitler missbrauchte damals eine instabile politische Lage und eine verunsicherte Bevölkerung, um seine Schreckensherrschaft aufzubauen. Aus der Diskriminierung und Ausgrenzung bestimmter Gruppen entwickelten sich der Zweite Weltkrieg und der Holocaust. Millionen Menschen verloren ihr Leben auf grausamste Weise.

Jeder weiß mehr oder weniger genau, was damals passierte. Wir lernen es in der Schule und es gibt zahllose Möglichkeiten, sich jeden Tag mit dieser dunklen Vergangenheit zu beschäftigen. Viele Bücher wurden geschrieben über die Ereignisse, über die Opfer, über die Täter, über die Ursachen, über die Folgen. Es gibt Eindrücke von Menschen, die das Grauen selbst erlebt haben, in Form von Tagebüchern, Augenzeugenberichten und schriftlich festgehaltenen Erinnerungen. Das Thema wurde aus verschiedenen Perspektiven in vielen Dokumentar- und Spielfilmen dargestellt. Anne Frank und viele andere Opfer, Viktor Frankl, Eva Schloss, Władysław Szpilman und viele andere Holocaust-Überlebende, Sophie Scholl, Georg Elser und andere Widerstandskämpfer, Oskar Schindler, Witold Pilecki stehen stellvertretend für das, was in der NS-Zeit geschehen ist. Niemand kann heutzutage sagen, dass er keine Ahnung von diesem Teil der Vergangenheit hat. Die Fakten sind jederzeit leicht zugänglich.

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Sklavenarbeiter im KZ Buchenwald bei der Befreiung kurz nach der Befreiung des Lagers
Foto: Private H. Miller (Army), Public Domain, Wikimedia Commons

Die Geschichten sind schockierend und traurig, die Filme wirken intensiv und es gibt viele drastische, grausame Bilder wie das oben gezeigte. Ich habe dieses berühmte Foto bewusst ausgewählt, gerade weil der Anblick unerträglich ist. Wir müssen uns ständig daran erinnern und vor Augen führen, wie grausam der Krieg und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit damals waren. Vor allem müssen wir uns bewusst sein, wie es damals zu diesen Grausamkeiten kam. Der Holocaust kam nicht plötzlich.

Dieses Wissen und dieses Bewusstsein sind zusammen das beste Mittel gegen neue, aufstrebende Formen von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Wer sich seriös mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, der Judenverfolgung, des Holocaust und der massenhaften Vernichtung unschuldiger Menschen beschäftigt hat, ist immun gegen böse Parolen. Die Juden und andere von den Nazis gequälte und zerstörte Menschen waren damals so unschuldig wie es heute die Flüchtlinge, Ausländer oder andere Minderheiten sind.

Die Vergangenheit bleibt gegenwärtig, auch 72 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz.

Mit Optimismus und Fakten ins neue Jahr 2017

31.12.2016 14:56

Es ist mal wieder soweit. In einigen Stunden wechselt das Datum vom 31. Dezember auf den 1. Januar und dann benutzen wir eine neue Jahreszahl. Dieser Wechsel lädt immer dazu ein, auf das zu Ende gehende Jahr zurückzublicken und sich etwas für das neue Jahr vorzunehmen. Das möchte ich nun auch tun, aber zugleich die Sinnhaftigkeit solcher Handlungen in Frage stellen. Denn wichtig ist vor allem, dass wir die wirklichen Probleme in den Mittelpunkt stellen und die Fakten so betrachten, dass wir zu vernünftigen Lösungen kommen können.

Viele Rückblicke auf das Jahr 2016 sind mit drastischen negativen Ausdrücken verbunden. Es war angeblich ein beschissenes Jahr, das sich endlich verpissen soll, gerne auch auf Englisch mit „fuck off“ beschrieben. Aber war es wirklich so schlimm? Viele Beobachter verweisen darauf, dass ja viele Prominente gestorben seien. Doch die große Zahl lässt sich leicht erklären. Zum Beispiel damit, dass viele dieser Prominenten schon lange aktiv waren und dass heutzutage viel mehr Menschen zu Prominenten erklärt werden. Oft erscheint es heuchlerisch, wenn vor allem bei Facebook Todesmeldungen bedauert werden. Doch wie viele Menschen kannten den Verstorbenen wirklich?

Außerdem gibt es Todesfälle, die wir viel mehr beklagen sollten als die von Musiker X oder Schauspielerin Y. Da wären unter anderem die Menschen in Aleppo und anderen Städten in Syrien zu nennen, die im Krieg ermordet wurden. Durch sinnlose Gewalt gab und gibt es viel mehr Tote als auf der Prominenten-Liste.

Da kommen wir am Thema Terrorismus nicht vorbei. Nach dem jüngsten Anschlag auf dem Breitscheidplatz in Berlin meldeten sich ganz schnell ganz viele Kritiker und Besserwisser. Angela Merkel und ihre Flüchtlingspolitik wurden mal wieder zu Schuldigen erklärt und vor allem aus der Satire-Partei CSU kamen wieder lange Listen von Vorschlägen, mehr Videoüberwachung etc. Solche hysterischen Reaktionen zeigen die Auswüchse der postfaktischen Welt. Denn mit Fakten und Vernunft haben sie nichts zu tun. Die Probleme sind ganz andere: Zu viel Bürokratie und Kompetenzgerangel gehören dazu. Von Kameras lassen sich Terroristen auch nicht abschrecken, sondern im Gegenteil durch die Aufmerksamkeit motivieren.

Besonders problematisch ist, dass viele Menschen nicht mehr in der Lage sind, längerfristige Entwicklungen zu überblicken und Dinge in größere Zusammenhänge einzuordnen. Wir leben in einer Welt von Eilmeldungen, plötzlicher Hysterie, zu kurzer Aufmerksamkeit und schneller Themenwechsel. Der Krieg in Syrien und die Terroristen sind nicht plötzlich aufgetaucht. Sie sind die Folgen einer über Jahre andauernden politischen und gesellschaftlichen Destabilisierung dieser Region. Auch die Flüchtlinge, die vor allem seit dem Herbst 2015 in Deutschland für Diskussionen und politische Radikalisierung sorgen, standen nicht plötzlich vor unserer Grenze. Wir haben uns nur lange Zeit nicht für die Ursachen ihrer Flucht interessiert. Das war ja alles weit weg in Afrika und oder im Nahen Osten. Hallo, schon mal was von Globalisierung gehört? Alles gehört zusammen; wir können es uns in Deutschland nicht gemütlich machen und die Welt da draußen ignorieren.

Lieber sollten wir uns gedanklich mal in unsere Kindheit zurückversetzen. Welche Frage war damals am wichtigsten, als wir die Welt erkundet haben? Richtig, die Frage nach dem Warum. Warum ist der Himmel blau? Kinder gehen neugierig mit offenen Augen und Ohren durch die Welt. Für all das, was sie dort wahrnehmen, wollen sie Erklärungen haben. Das ständige Nachfragen kann für die Eltern schon mal lästig werden, aber es ist genau die richtige Einstellung, die wir Erwachsene ebenso nutzen sollten. Es gibt viel zu viele Vorurteile, Vermutungen, Lügen und Verschwörungstheorien. Lasst uns das Postfaktische als Wort des Jahres vertreiben und endlich wieder Fakten, Vernunft und Geduld in den Mittelpunkt stellen!

Auch wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, setzt sich irgendwann die Sonne durch.
Foto: Dennis Skley, flickr.com, CC BY-ND 2.0

Ängste und ablehnende Einstellungen entstehen immer dann, wenn wir etwas nicht genau wissen oder jemanden nicht genau kennen. Wir müssen mehr Interesse für die Menschen um uns herum zeigen. Auch das ist etwas, was Kinder viel besser beherrschen als viele Erwachsene. Sie lassen sich von anderen Kulturkreisen, Religionen oder Hautfarben nicht irritieren. Wenn jemand anders aussieht oder sich ungewohnt verhält, reagieren sie nicht mit Ablehnung, sondern fragen – siehe oben – nach dem Warum.

Wir können jeden Tag etwas Neues lernen, wenn wir uns ernsthaft für die Welt und insbesondere die Menschen interessieren. Die Welt verändert sich nicht in der Nacht vom 31. Dezember zum 1. Januar, sondern befindet sich in einem ständigen Wandel, wie es schon die alten Griechen mit dem Ausdruck „ panta rhei“ beschrieben. Wir sollten stets das große Ganze im Blick behalten und dabei zugleich jeden Menschen als Individuum mit Stärken und Schwächen betrachten. Wenn wir das beherzigen, können wir die nächsten zwölf Monate sowie die folgenden Jahre optimistisch betrachten. Jeder von uns hat die Chance, die Welt ein bisschen besser zu machen. Auf geht’s!

Respekt, mein Lieber!

24.11.2016 19:28

Die Meldungen häufen sich. Wir erfahren in diesen Tagen von immer mehr Fällen, in denen Menschen anderen Menschen nicht geholfen haben oder sie brutal angegriffen haben. Ein Fall ereignete sich in meiner Heimatstadt Düren, wo ein Streit mit einem Mitarbeiter des Ordnungsamt so eskalierte, dass mehrere Männer auf Polizisten losgingen und mindestens einen von ihnen schwer verletzten. Der Fall erhielt soviel Aufmerksamkeit, dass er in den letzten Tagen in mindestens zwei Talkshows besprochen wurde. Vor ein paar Wochen gab es den Fall eines Mannes, der in einer Bankfiliale auf dem Boden lag und schließlich starb, weil sich mehrere Bankkunden nicht für ihn interessierten. Gerade heute lese ich einen Bericht über einen Rollstuhlfahrer, der zu Boden fiel, als er den Rollstuhl aus dem Auto holen wollte. Auch ihm halfen mehrere Menschen nicht, obwohl sie ausdrücklich darum gebeten wurden. Als Frank Plasberg am Montag mit seinen Gästen bei „ Hart aber fair“ über die Verrohung der Gesellschaft sprach, wurde eine Geschichte mit besonders dreisten Gaffern in Timmendorfer Strand behandelt, die den Rettungskräften bei einem Großbrand die bereitgestellten Brötchen klauten.

All diese Menschen, die sich rücksichtslos und brutal verhalten haben, können und müssen natürlich bestraft werden. Bei den Bankkunden ist ganz klar der Straftatbestand der unterlassenen Hilfeleistung erfüllt, bei dem Vorfall mit dem Rollstuhlfahrer geht es zumindest in diese Richtung. Beim Dürener Fall liegt natürlich eine Körperverletzung vor und bei der Brötchen-Geschichte  haben wir es mindestens mit Diebstahl zu tun. Doch abgesehen von der strafrechtlichen Bewertung stellt sich angesichts solcher Geschichten stellt sich auch die einfache Frage: Was ist das los? Warum verhalten sich Menschen so und was kann man tun, um so etwas zu verhindern?

Interesse und Respekt zeigen!

Feindliche Einstellungen und Aktionen gegenüber Ausländern sind häufig dort zu beobachten, wo kaum Ausländer leben, siehe beispielsweise Dresden und Pegida. Das Unbekannte erzeugt Unsicherheit und Ängste. Das gilt allerdings nur dann, wenn man sich nicht darum, bemüht aus dem Unbekannten etwas Bekanntes werden zu lassen. Wer sich mit möglichst vielen verschiedenen Menschen beschäftigt, ist weniger anfällig für Vorurteile und Schlimmeres. Ausländische, behinderte, sexuell anders orientierte, anders aussehende oder anders denkende Menschen sind zunächst einmal einfach nur Menschen. Jeder Jeck ist anders, sagt man bei uns. Das ist gut so. Eine Welt, in der alle gleich sind, wäre einfach nur langweilig.

Wenn wir soweit sind, dass wir uns mit anderen Menschen beschäftigen, ist der nächste Schritt, mit ihnen respektvoll umzugehen. Manche Menschen haben körperliche Einschränkungen, sind intellektuell nicht auf höchstem Niveau oder haben eine von der Mehrheit abweichende Lebensweise. Doch sie haben alle Respekt, Rücksicht und Toleranz verdient. Schlecht sind nicht die Menschen, sondern nur manche Verhaltensweisen, wie zum Beispiel die eingangs erwähnten Mängel.

Gelassenheit und Ruhe ausstrahlen!

Es gibt natürlich immer wieder Situationen, in denen wir nervlich und körperlich belastet sind, und Phasen, in denen wir schlecht gelaunt sind. Es ist völlig normal, dass man sich mal über etwas oder jemanden ärgert. Manchmal fühlen wir uns von der Welt überfordert. Doch all diese nachvollziehbaren Schwierigkeiten, die ich natürlich auch selbst kenne und erlebe, dürfen nicht dazu führen, dass wir ausrasten. Wir brauen mehr Gelassenheit und Ruhe in dieser Welt. Auf viele Dinge haben wir sowieso keinen Einfluss. Da bringt es nichts, sich aufzuregen. Bei den Dingen, die wir beeinflussen können, sollten wir uns auf die positive Energie konzentrieren. Probleme werden nicht durch Jammern und erst recht nicht durch aggressives Verhalten gelöst, sondern durch konstruktives Bemühen. Wenn wir die Problemlösung dann noch gemeinsam mit anderen Menschen anpacken können, wird es umso leichter. Dann kommen wir einer friedlichen und freundlichen Gemeinschaft näher.

Foto: s.ralph2010, Ruhe, flickr.com, Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0



 Letzte Änderung dieser Seite am 11.7.2016 um 17:44 Uhr
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