MSchnitzler2000 ♦ Autobiografie ♦ Kein Blatt
 MSchnitzler2000
 Markus Schnitzler
 © 2017ImpressumNutzung
 InhaltSitemap
                    

 Autobiografie

Schloss Burgau in Dren-Niederau


Suchen

  ♦ Autobiografie ♦ Kein Blatt


  MSchnitzler2000 – Markus Schnitzler
Schloss Burgau in Düren-NiederauAutobiografie

Wissenswertes zu meiner Person
ich im Moskito-Outfit Sportliches

Volleyball und Beachvolleyball
Stefanie Heinzmann und ich Musikalisches

Stefanie Heinzmann und Jenix
meine private BibliothekGesammeltes

Bücher, Filme, Links, Zitate, Internettes
Sprache Gesagt, geschrieben, gesendet

Nachrichten, Medien, Sprache, Raab
© 2017ImpressumNutzungInhaltSitemap
Facebook   Twitter   Flickr   Youtube   Wikipedia
Montag, 18. Dezember 2017 – 13:54 Uhr
English TranslationInformation in English
Schloss Burgau in Düren-Niederau

MSchnitzler2000 ♦ Autobiografie ♦ Kein Blatt

Selbstporträt Heimat Blog „Kein Blatt“
Arbeit soziales Engagement  

  ♦ Autobiografie ♦ Kein Blatt

Wenn Sie sich meine Website angesehen haben, wissen Sie, dass ich ein ziemlich abwechslungsreiches Leben führe und aus meinen vielfältigen Tätigkeiten zahlreiche Eindrücke gewinne. Es gibt viele Dinge, die mir auffallen und über die ich nachdenke. Die Eindrücke möchte ich mit der Welt teilen und zu diesem Zweck nutze ich mein Blog „Kein Blatt“. Was dieser geheimnisvolle Name bedeutet, erfahren Sie direkt auf der Blog-Website.

Blog Kein BlattBlog Kein Blatt
Quelle: http://www.kein-blatt.de/rss

Diskutieren statt überrascht sein

25.09.2017 00:15

Die Wahllokale sind geschlossen und die Bundestagswahl 2017 ist damit beendet. Bei den ersten Kommentaren und Diskussionsrunden zum Wahlergebnis laut Hochrechnungen werden zwei Dinge deutlich: Die meisten Menschen, die sich äußern, präsentieren sich überrascht, schockiert oder so ähnlich und alle reden in gefühlt 95% der Zeit wieder nur über die AfD. Beides ist Unsinn.

Liebe Leute, warum überrascht euch das Wahlergebnis?

Die Umfragen haben das Ergebnis doch ziemlich klar angedeutet. Vergleichen wir mal die aktuellen Hochrechnungen mit den letzten Umfragen. Der CDU/CSU wurden ca. 35% vorhergesagt, jetzt kommt sie auf knapp 33%. Für die SPD wurden etwa 22% erwartet, sie steht jetzt bei ca. 20,5%. Für die Linke, die Grünen und die FDP gab es in den neusten Umfragen ca. 10%, 7-8% und gut 9%. In der Hochrechnung steht die FDP bei 10,5%, Grüne und Linke bei ungefähr 9%. Die AfD hat nach zuletzt 11% bis 12% in den Umfragen jetzt knapp 13% erreicht.

Das heißt im Klartext: Alle Ergebnisse liegen höchstens 2% von den Umfragen entfernt und damit im erwartbaren Rahmen. Wer sich jetzt überrascht gibt, hat die Funktion und Bedeutung von Umfragen nicht verstanden. Erstens ist die Sonntagsfrage nur ein Stimmungsbild zu einem bestimmten Zeitpunkt und im Gegensatz zu den Hochrechnungen am Wahlabend keine Voraussage des Ergebnisses. Zweitens (und das ist noch wichtiger) verweisen große Institute wie Infratest Dimap oder Forschungsgruppe Wahlen ausdrücklich darauf, dass die bei der Sonntagsfrage ermittelten Werte ein Fehlertoleranz von plus/minus drei Prozentpunkten haben. Ein Umfragewert von 10% bedeutet für die tatsächliche Wahl also irgendwas zwischen 7% und 13%. Leider wird das in der hysterischen Medienwelt, in der eine Verbesserung oder Verschlechterung um einen Prozentpunkt als Nachricht verkauft wird, immer mehr ignoriert.

Liebe Leute, warum reden wir weiterhin nur über die AfD?

Nach der Wahl ist vor der Wahl - das gilt offensichtlich bezüglich der AfD. Seit Monaten, wenn nicht Jahren wird diese rechtsextreme Partei auf jede mediale Bühne gestellt. Da ist es doch keine Überraschung, dass die Hetzer die Bühne nutzen. Wenn wir stattdessen mal über die Politik der demokratischen Parteien oder sogar über Inhalte reden würden, wäre die AfD irgendwo am bedeutungslosen (rechten) Rand und das Problem würde sich bei anderen extremen Parteien in den letzten Jahrzehnten von selbst lösen.

Wie geht es nach der Bundestagswahl hier weiter?
Foto: Raoni, Bundestag, flickr.com, CC BY 2.0

Liebe Leute, warum reden wir nicht über Regierung und Opposition, über die Ausgangslage für Koalitionsverhandlungen?

Die aktuellen Verluste für die CDU/CSU und die SPD sind keine Überraschung, sondern liegen im europäischen Trend. In Frankreich wurde Macron mit seiner völlig neuen Partei Präsident und Le Pen stark, weil die Sozialisten und Republikaner abgewählt wurden. Bei der Bundespräsidentenwahl in Österreich kamen der Grüne und der Rechtsaußen-Vertreter in die Stichwahl, während die Kandidaten von SPÖ und ÖVP chancenlos waren. In den Niederlanden herrscht seit der letzten Parlamentswahl großes Chaos.

Was haben die Große Koalition in Deutschland und die anderen etablierten Parteien in Europa falsch gemacht oder versäumt? Was bedeuten die Erfolge der neuen oder bisher kleinen Parteien? Wie gehen wir damit um? Das wären mal interessante Fragen.

Nach der Bundestagswahl 2017 könnten wir mal darüber reden, wie die neue Regierung gebildet werden könnte und wie dann die neue Opposition aussieht. Ist die Jamaika-Koalition möglich? Inwiefern passen die Pläne der Union, der Grünen und der FDP zusammen? Bei welchen Themen gibt es Unterschiede? Welche Kompromisse sind denkbar? Kann Deutschland profitieren, wenn der eingeschlafene GroKo-Riese durch eine bunte Koaltion ersetzt wird? Wird die Politik wieder lebendiger und konstruktiver, wenn die Union und die SPD aufeinandertreffen statt zu koalieren? Über solche Fragen sollten wir jetzt mal reden. Über die Parteien, die auch nach der Bundestagswahl 2017 immerhin 87% der Wähler vertreten.

Liebe Leute, warum rücken wir nicht Themen statt Personen in den Mittelpunkt?

Dazu habe ich an dieser Stelle vor ein paar Tagen schon einen ausführlichen Beitrag geschrieben: Wir haben viele Stimmen.

Wir haben viele Stimmen

20.09.2017 01:35

Am Sonntag, 24. September ist es wieder soweit. Sofern wir wissen, was wir mit dem Stimmzettel tun können, und keine Nichtwähler sind, geben wir unsere Erst- und Zweitstimme ab und der Zettel landet in einer Urne. Abgeben, in die Urne - das klingt sprachlich schon nicht gut. Gerade so, als würden damit diejenigen bestärkt, die behaupten, dass die da oben sowieso nicht für uns täten.

Doch trotz all des Gejammers, das wir in den letzten Wochen im sogenannten Wahlkampf wieder hören mussten, können wir doch feststellen, dass jeder von uns seine Stimme hat. Es gibt nicht nur Probleme, sondern auch Lösungen. Es gibt nicht nur Schwierigkeiten, sondern auch Möglichkeiten. Es gibt nicht nur Bedenken, sondern auch Ideen. Es gibt nicht nur Angst, sondern auch Mut.

Schauen wir uns doch mal an, wie zuletzt berichtet und diskutiert wurde, und denken wir mal darüber nach, was wir dabei alles übersehen haben. Ein paar Beispiele.

Die Welt ist bunt und jede Hand kann helfen.
Foto: Julian Schüngel, Spectrum 2009, flickr.com, CC BY-NC-ND 2.0

Ständig wurde zum Beispiel über die AfD geredet, so dass man fast den Eindruck gewinnen könnte, ein Regierung mit Bundeskanzler Alexander Gauland, Außenminister Bernd Höcke und Familienministerin Alice Weidel stünde unmittelbar bevor.

Viel deutlicher sollte man aber herausstellen, dass laut Umfragen rund 90% der Befragten gegen diese Rechtsextremen sind, dass niemand mit ihnen koalieren wird. Viel mehr sollte man darüber sprechen, wie es dazu kommt, dass diese Partei soviel Aufmerksamkeit bekommt. Wir sollten darüber aufklären, welche Chancen, Ideen, Potentiale alle Menschen jeder Herkunft haben. Wir sollten mit unterschiedlichen Menschen reden und ihnen auch zuhören. Aufklärung, Wissen und eigene Erfahrungen sind das beste Mittel gegen Angst, vor allem die unbegründete Angst, von der die politischen Ränder leben.

Nach dem sogenannten TV-Duell und in anderen Talkshows wurde darüber gesprochen, wer gewonnen hat, wer sympathischer oder kompetenter war, ob das Format passte, welche Themen fehlten, welche Partei im Koalitionspoker wen ausschließt und so weiter.

Viel zu wenig wurde über Themen und Inhalte gesprochen. Zum Beispiel wurde völlig zurecht darauf hingewiesen, dass Bildung, Digitalisierung und Pflege kaum vorkamen. Gerade solche Themen, die für die Zukunft wichtig sind und viele Menschen betreffen, brauchen mehr Aufmerksamkeit. Aber wo sind die Leitartikel, in denen die große Bedeutung der Themen und die Möglichkeiten dargestellt werden? Welche Journalisten sprechen mit den Politikern über Bildung etc. statt zum fünftausendsten Mal über Trump und Flüchtlinge? Gerade wird zum Beispiel ein junger Mann dafür gelobt, dass er die Kanzlerin in einer Diskussionsrunde mutig und offen, aber auch mit positiver Einstellung auf das Thema Pflege angesprochen hat. Sowas sollte keine Ausnahme, sondern die Regel sein. Offen reden, Möglichkeiten und Fakten sachlich darstellen, Lösungen suchen.

Wir leben in einer Welt der Vereinfachung. Immer wieder gibt es ein neues Thema, das die Berichterstattung und öffentliche Diskussion dominiert. Dann regen sich alle darüber über auf - und zwar genauso lange, bis das nächste Thema kommt. Jeweils nur ein Thema.

Wir sollten jedoch anerkennen, dass die Welt komplex ist. Vieles geschieht gleichzeitig und viele Dinge hängen miteinander zusammen. Beispiel: Die Elektromobilität wird durch den Dieselskandal gefördert, der wiederum mit dem Klimawandel zusammenhängt. Letzterer ist auch eine Fluchtursache und die Flüchtlnge sorgen für Debatten über (sprachliche) Bildung, Kultur und Sicherheit. Statt uns darüber zu beklagen, wie belastend das alles, sollten wir uns informieren. Dann können wir die Zusammenhänge verstehen und erklären. Wenn wir wissen, worüber wir reden, können wir Lösungen finden.

Wir reden nur über die Spitzenkandidaten, obwohl der Kanzler nicht direkt wird und hunderte Abgeordnete im Bundestag sitzen.

Wir haben aber viele Menschen, die reden und anpacken können. Wir haben nicht nur den Kanzler und die paar Minister in der Regierung. Wir haben viele weitere Politiker. Es geht noch weit darüber hinaus. Wir haben sehr viele Menschen in diesem Land, die sich neben ihrer beruflichen Tätigkeit ehrenamtlich engagieren. Ich bin einer davon.

Noch weiter: Insgesamt haben wir mehr als 80 Millionen Menschen in diesem Land, die ihre Wünsche und Ideen äußern können. Mehr als 80 Millionen Menschen, die über Lösungen nachdenken und darüber sprechen können. Mehr als 80 Millionen Menschen, die je nach Fähigkeiten und Interessen selbst aktiv werden können.

Am 24. September wählen wir Politiker und Parteien. Doch wir können die Demokratie erweitern. An jedem Tag sollten wir eine positive Sicht auf die Welt wählen, die wir selbst verändern können. Wir haben viele Stimmen.

Die Vergangenheit bleibt gegenwärtig

27.01.2017 00:32

Heute ist wieder der 27. Januar, der Tag, an dem sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau jährt. Dieses Ereignis liegt nun 72 Jahre zurück und dennoch ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wie er offiziell heißt, in diesem Jahr so wichtig wie selten zuvor.

Schließlich leben wir in einer Zeit, in der die Welt ins Wanken gerät. Rechtsextreme Politiker hetzen gegen das Gedenken an den Holocaust, statt die Verbrechen der Nationalsozialisten als das zu bezeichnen, was sie wirklich sind, nämlich Verbrechen, die die menschliche Vorstellungskraft durch ihre unfassbare Grausamkeit überfordert haben. Hitler missbrauchte damals eine instabile politische Lage und eine verunsicherte Bevölkerung, um seine Schreckensherrschaft aufzubauen. Aus der Diskriminierung und Ausgrenzung bestimmter Gruppen entwickelten sich der Zweite Weltkrieg und der Holocaust. Millionen Menschen verloren ihr Leben auf grausamste Weise.

Jeder weiß mehr oder weniger genau, was damals passierte. Wir lernen es in der Schule und es gibt zahllose Möglichkeiten, sich jeden Tag mit dieser dunklen Vergangenheit zu beschäftigen. Viele Bücher wurden geschrieben über die Ereignisse, über die Opfer, über die Täter, über die Ursachen, über die Folgen. Es gibt Eindrücke von Menschen, die das Grauen selbst erlebt haben, in Form von Tagebüchern, Augenzeugenberichten und schriftlich festgehaltenen Erinnerungen. Das Thema wurde aus verschiedenen Perspektiven in vielen Dokumentar- und Spielfilmen dargestellt. Anne Frank und viele andere Opfer, Viktor Frankl, Eva Schloss, Władysław Szpilman und viele andere Holocaust-Überlebende, Sophie Scholl, Georg Elser und andere Widerstandskämpfer, Oskar Schindler, Witold Pilecki stehen stellvertretend für das, was in der NS-Zeit geschehen ist. Niemand kann heutzutage sagen, dass er keine Ahnung von diesem Teil der Vergangenheit hat. Die Fakten sind jederzeit leicht zugänglich.

image

Sklavenarbeiter im KZ Buchenwald bei der Befreiung kurz nach der Befreiung des Lagers
Foto: Private H. Miller (Army), Public Domain, Wikimedia Commons

Die Geschichten sind schockierend und traurig, die Filme wirken intensiv und es gibt viele drastische, grausame Bilder wie das oben gezeigte. Ich habe dieses berühmte Foto bewusst ausgewählt, gerade weil der Anblick unerträglich ist. Wir müssen uns ständig daran erinnern und vor Augen führen, wie grausam der Krieg und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit damals waren. Vor allem müssen wir uns bewusst sein, wie es damals zu diesen Grausamkeiten kam. Der Holocaust kam nicht plötzlich.

Dieses Wissen und dieses Bewusstsein sind zusammen das beste Mittel gegen neue, aufstrebende Formen von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Wer sich seriös mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, der Judenverfolgung, des Holocaust und der massenhaften Vernichtung unschuldiger Menschen beschäftigt hat, ist immun gegen böse Parolen. Die Juden und andere von den Nazis gequälte und zerstörte Menschen waren damals so unschuldig wie es heute die Flüchtlinge, Ausländer oder andere Minderheiten sind.

Die Vergangenheit bleibt gegenwärtig, auch 72 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz.

Diskutieren statt überrascht sein

25.09.2017 00:15

Die Wahllokale sind geschlossen und die Bundestagswahl 2017 ist damit beendet. Bei den ersten Kommentaren und Diskussionsrunden zum Wahlergebnis laut Hochrechnungen werden zwei Dinge deutlich: Die meisten Menschen, die sich äußern, präsentieren sich überrascht, schockiert oder so ähnlich und alle reden in gefühlt 95% der Zeit wieder nur über die AfD. Beides ist Unsinn.

Liebe Leute, warum überrascht euch das Wahlergebnis?

Die Umfragen haben das Ergebnis doch ziemlich klar angedeutet. Vergleichen wir mal die aktuellen Hochrechnungen mit den letzten Umfragen. Der CDU/CSU wurden ca. 35% vorhergesagt, jetzt kommt sie auf knapp 33%. Für die SPD wurden etwa 22% erwartet, sie steht jetzt bei ca. 20,5%. Für die Linke, die Grünen und die FDP gab es in den neusten Umfragen ca. 10%, 7-8% und gut 9%. In der Hochrechnung steht die FDP bei 10,5%, Grüne und Linke bei ungefähr 9%. Die AfD hat nach zuletzt 11% bis 12% in den Umfragen jetzt knapp 13% erreicht.

Das heißt im Klartext: Alle Ergebnisse liegen höchstens 2% von den Umfragen entfernt und damit im erwartbaren Rahmen. Wer sich jetzt überrascht gibt, hat die Funktion und Bedeutung von Umfragen nicht verstanden. Erstens ist die Sonntagsfrage nur ein Stimmungsbild zu einem bestimmten Zeitpunkt und im Gegensatz zu den Hochrechnungen am Wahlabend keine Voraussage des Ergebnisses. Zweitens (und das ist noch wichtiger) verweisen große Institute wie Infratest Dimap oder Forschungsgruppe Wahlen ausdrücklich darauf, dass die bei der Sonntagsfrage ermittelten Werte ein Fehlertoleranz von plus/minus drei Prozentpunkten haben. Ein Umfragewert von 10% bedeutet für die tatsächliche Wahl also irgendwas zwischen 7% und 13%. Leider wird das in der hysterischen Medienwelt, in der eine Verbesserung oder Verschlechterung um einen Prozentpunkt als Nachricht verkauft wird, immer mehr ignoriert.

Liebe Leute, warum reden wir weiterhin nur über die AfD?

Nach der Wahl ist vor der Wahl - das gilt offensichtlich bezüglich der AfD. Seit Monaten, wenn nicht Jahren wird diese rechtsextreme Partei auf jede mediale Bühne gestellt. Da ist es doch keine Überraschung, dass die Hetzer die Bühne nutzen. Wenn wir stattdessen mal über die Politik der demokratischen Parteien oder sogar über Inhalte reden würden, wäre die AfD irgendwo am bedeutungslosen (rechten) Rand und das Problem würde sich bei anderen extremen Parteien in den letzten Jahrzehnten von selbst lösen.

Wie geht es nach der Bundestagswahl hier weiter?
Foto: Raoni, Bundestag, flickr.com, CC BY 2.0

Liebe Leute, warum reden wir nicht über Regierung und Opposition, über die Ausgangslage für Koalitionsverhandlungen?

Die aktuellen Verluste für die CDU/CSU und die SPD sind keine Überraschung, sondern liegen im europäischen Trend. In Frankreich wurde Macron mit seiner völlig neuen Partei Präsident und Le Pen stark, weil die Sozialisten und Republikaner abgewählt wurden. Bei der Bundespräsidentenwahl in Österreich kamen der Grüne und der Rechtsaußen-Vertreter in die Stichwahl, während die Kandidaten von SPÖ und ÖVP chancenlos waren. In den Niederlanden herrscht seit der letzten Parlamentswahl großes Chaos.

Was haben die Große Koalition in Deutschland und die anderen etablierten Parteien in Europa falsch gemacht oder versäumt? Was bedeuten die Erfolge der neuen oder bisher kleinen Parteien? Wie gehen wir damit um? Das wären mal interessante Fragen.

Nach der Bundestagswahl 2017 könnten wir mal darüber reden, wie die neue Regierung gebildet werden könnte und wie dann die neue Opposition aussieht. Ist die Jamaika-Koalition möglich? Inwiefern passen die Pläne der Union, der Grünen und der FDP zusammen? Bei welchen Themen gibt es Unterschiede? Welche Kompromisse sind denkbar? Kann Deutschland profitieren, wenn der eingeschlafene GroKo-Riese durch eine bunte Koaltion ersetzt wird? Wird die Politik wieder lebendiger und konstruktiver, wenn die Union und die SPD aufeinandertreffen statt zu koalieren? Über solche Fragen sollten wir jetzt mal reden. Über die Parteien, die auch nach der Bundestagswahl 2017 immerhin 87% der Wähler vertreten.

Liebe Leute, warum rücken wir nicht Themen statt Personen in den Mittelpunkt?

Dazu habe ich an dieser Stelle vor ein paar Tagen schon einen ausführlichen Beitrag geschrieben: Wir haben viele Stimmen.

Wir haben viele Stimmen

20.09.2017 01:35

Am Sonntag, 24. September ist es wieder soweit. Sofern wir wissen, was wir mit dem Stimmzettel tun können, und keine Nichtwähler sind, geben wir unsere Erst- und Zweitstimme ab und der Zettel landet in einer Urne. Abgeben, in die Urne - das klingt sprachlich schon nicht gut. Gerade so, als würden damit diejenigen bestärkt, die behaupten, dass die da oben sowieso nicht für uns täten.

Doch trotz all des Gejammers, das wir in den letzten Wochen im sogenannten Wahlkampf wieder hören mussten, können wir doch feststellen, dass jeder von uns seine Stimme hat. Es gibt nicht nur Probleme, sondern auch Lösungen. Es gibt nicht nur Schwierigkeiten, sondern auch Möglichkeiten. Es gibt nicht nur Bedenken, sondern auch Ideen. Es gibt nicht nur Angst, sondern auch Mut.

Schauen wir uns doch mal an, wie zuletzt berichtet und diskutiert wurde, und denken wir mal darüber nach, was wir dabei alles übersehen haben. Ein paar Beispiele.

Die Welt ist bunt und jede Hand kann helfen.
Foto: Julian Schüngel, Spectrum 2009, flickr.com, CC BY-NC-ND 2.0

Ständig wurde zum Beispiel über die AfD geredet, so dass man fast den Eindruck gewinnen könnte, ein Regierung mit Bundeskanzler Alexander Gauland, Außenminister Bernd Höcke und Familienministerin Alice Weidel stünde unmittelbar bevor.

Viel deutlicher sollte man aber herausstellen, dass laut Umfragen rund 90% der Befragten gegen diese Rechtsextremen sind, dass niemand mit ihnen koalieren wird. Viel mehr sollte man darüber sprechen, wie es dazu kommt, dass diese Partei soviel Aufmerksamkeit bekommt. Wir sollten darüber aufklären, welche Chancen, Ideen, Potentiale alle Menschen jeder Herkunft haben. Wir sollten mit unterschiedlichen Menschen reden und ihnen auch zuhören. Aufklärung, Wissen und eigene Erfahrungen sind das beste Mittel gegen Angst, vor allem die unbegründete Angst, von der die politischen Ränder leben.

Nach dem sogenannten TV-Duell und in anderen Talkshows wurde darüber gesprochen, wer gewonnen hat, wer sympathischer oder kompetenter war, ob das Format passte, welche Themen fehlten, welche Partei im Koalitionspoker wen ausschließt und so weiter.

Viel zu wenig wurde über Themen und Inhalte gesprochen. Zum Beispiel wurde völlig zurecht darauf hingewiesen, dass Bildung, Digitalisierung und Pflege kaum vorkamen. Gerade solche Themen, die für die Zukunft wichtig sind und viele Menschen betreffen, brauchen mehr Aufmerksamkeit. Aber wo sind die Leitartikel, in denen die große Bedeutung der Themen und die Möglichkeiten dargestellt werden? Welche Journalisten sprechen mit den Politikern über Bildung etc. statt zum fünftausendsten Mal über Trump und Flüchtlinge? Gerade wird zum Beispiel ein junger Mann dafür gelobt, dass er die Kanzlerin in einer Diskussionsrunde mutig und offen, aber auch mit positiver Einstellung auf das Thema Pflege angesprochen hat. Sowas sollte keine Ausnahme, sondern die Regel sein. Offen reden, Möglichkeiten und Fakten sachlich darstellen, Lösungen suchen.

Wir leben in einer Welt der Vereinfachung. Immer wieder gibt es ein neues Thema, das die Berichterstattung und öffentliche Diskussion dominiert. Dann regen sich alle darüber über auf - und zwar genauso lange, bis das nächste Thema kommt. Jeweils nur ein Thema.

Wir sollten jedoch anerkennen, dass die Welt komplex ist. Vieles geschieht gleichzeitig und viele Dinge hängen miteinander zusammen. Beispiel: Die Elektromobilität wird durch den Dieselskandal gefördert, der wiederum mit dem Klimawandel zusammenhängt. Letzterer ist auch eine Fluchtursache und die Flüchtlnge sorgen für Debatten über (sprachliche) Bildung, Kultur und Sicherheit. Statt uns darüber zu beklagen, wie belastend das alles, sollten wir uns informieren. Dann können wir die Zusammenhänge verstehen und erklären. Wenn wir wissen, worüber wir reden, können wir Lösungen finden.

Wir reden nur über die Spitzenkandidaten, obwohl der Kanzler nicht direkt wird und hunderte Abgeordnete im Bundestag sitzen.

Wir haben aber viele Menschen, die reden und anpacken können. Wir haben nicht nur den Kanzler und die paar Minister in der Regierung. Wir haben viele weitere Politiker. Es geht noch weit darüber hinaus. Wir haben sehr viele Menschen in diesem Land, die sich neben ihrer beruflichen Tätigkeit ehrenamtlich engagieren. Ich bin einer davon.

Noch weiter: Insgesamt haben wir mehr als 80 Millionen Menschen in diesem Land, die ihre Wünsche und Ideen äußern können. Mehr als 80 Millionen Menschen, die über Lösungen nachdenken und darüber sprechen können. Mehr als 80 Millionen Menschen, die je nach Fähigkeiten und Interessen selbst aktiv werden können.

Am 24. September wählen wir Politiker und Parteien. Doch wir können die Demokratie erweitern. An jedem Tag sollten wir eine positive Sicht auf die Welt wählen, die wir selbst verändern können. Wir haben viele Stimmen.

Die Vergangenheit bleibt gegenwärtig

27.01.2017 00:32

Heute ist wieder der 27. Januar, der Tag, an dem sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau jährt. Dieses Ereignis liegt nun 72 Jahre zurück und dennoch ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wie er offiziell heißt, in diesem Jahr so wichtig wie selten zuvor.

Schließlich leben wir in einer Zeit, in der die Welt ins Wanken gerät. Rechtsextreme Politiker hetzen gegen das Gedenken an den Holocaust, statt die Verbrechen der Nationalsozialisten als das zu bezeichnen, was sie wirklich sind, nämlich Verbrechen, die die menschliche Vorstellungskraft durch ihre unfassbare Grausamkeit überfordert haben. Hitler missbrauchte damals eine instabile politische Lage und eine verunsicherte Bevölkerung, um seine Schreckensherrschaft aufzubauen. Aus der Diskriminierung und Ausgrenzung bestimmter Gruppen entwickelten sich der Zweite Weltkrieg und der Holocaust. Millionen Menschen verloren ihr Leben auf grausamste Weise.

Jeder weiß mehr oder weniger genau, was damals passierte. Wir lernen es in der Schule und es gibt zahllose Möglichkeiten, sich jeden Tag mit dieser dunklen Vergangenheit zu beschäftigen. Viele Bücher wurden geschrieben über die Ereignisse, über die Opfer, über die Täter, über die Ursachen, über die Folgen. Es gibt Eindrücke von Menschen, die das Grauen selbst erlebt haben, in Form von Tagebüchern, Augenzeugenberichten und schriftlich festgehaltenen Erinnerungen. Das Thema wurde aus verschiedenen Perspektiven in vielen Dokumentar- und Spielfilmen dargestellt. Anne Frank und viele andere Opfer, Viktor Frankl, Eva Schloss, Władysław Szpilman und viele andere Holocaust-Überlebende, Sophie Scholl, Georg Elser und andere Widerstandskämpfer, Oskar Schindler, Witold Pilecki stehen stellvertretend für das, was in der NS-Zeit geschehen ist. Niemand kann heutzutage sagen, dass er keine Ahnung von diesem Teil der Vergangenheit hat. Die Fakten sind jederzeit leicht zugänglich.

image

Sklavenarbeiter im KZ Buchenwald bei der Befreiung kurz nach der Befreiung des Lagers
Foto: Private H. Miller (Army), Public Domain, Wikimedia Commons

Die Geschichten sind schockierend und traurig, die Filme wirken intensiv und es gibt viele drastische, grausame Bilder wie das oben gezeigte. Ich habe dieses berühmte Foto bewusst ausgewählt, gerade weil der Anblick unerträglich ist. Wir müssen uns ständig daran erinnern und vor Augen führen, wie grausam der Krieg und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit damals waren. Vor allem müssen wir uns bewusst sein, wie es damals zu diesen Grausamkeiten kam. Der Holocaust kam nicht plötzlich.

Dieses Wissen und dieses Bewusstsein sind zusammen das beste Mittel gegen neue, aufstrebende Formen von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Wer sich seriös mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, der Judenverfolgung, des Holocaust und der massenhaften Vernichtung unschuldiger Menschen beschäftigt hat, ist immun gegen böse Parolen. Die Juden und andere von den Nazis gequälte und zerstörte Menschen waren damals so unschuldig wie es heute die Flüchtlinge, Ausländer oder andere Minderheiten sind.

Die Vergangenheit bleibt gegenwärtig, auch 72 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz.



 Letzte Änderung dieser Seite am 11.7.2016 um 17:44 Uhr
Was wurde geändert?
technische Änderung

© 2017 Markus Schnitzler, Düren