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 Inhalt

erste Seite der Hildebrandslied-Handschrift

 erste Seite der Hildebrandslied-Handschrift, Landes- und Murhardsche Bibliothek, Kassel, 2° Ms. theol.54, Bl. 1r
 Foto: unbekannt;
Lizenz: gemeinfrei

erste Seite der Hildebrandslied-Handschrift

 erste Seite der Hildebrandslied-Handschrift, Landes- und Murhardsche Bibliothek, Kassel, 2° Ms. theol.54, Bl. 1r
 Foto: unbekannt; Lizenz: gemeinfrei

Nach dreiß Jahren im Dienste des Helden Dietrich von Bern kehrt der Krieger Hildebrand in die Heimat zurück. An der Grenze begegnet er zwischen zwei Heeren einem jungen Mann. Er findet durch die Frage nach dem Vater des Jungen heraus, dass es sein eigener Sohn Hadubrand ist. Als Hildebrand sich zu erkennen gibt und Hadubrand goldene Armringe als Geschenk geben will, reagiert dieser ablehnend. Sein wirklicher Vater sei tot, habe er von Seeleuten erfahren. Hadubrand hält Hildebrand für einen hinterlistigen Verräter, der die Ehre des Vaters beschmutzt. Hildebrand sieht sich nach dieser Reaktion gezwungen, Hadubrand zum Duell zu fordern. Angesichts des drohenden Todes beklagt er das Schicksal. Wie der Kampf ausgeht, bleibt offen.

 Literarische Analyse

Das Hildebrandslied ist das bekannteste Dokument in althochdeutscher Sprache. Das nur in einer einzigen Handschrift erhaltene Heldenepos entstand Mitte des neunten Jahrhunderts, wahrscheinlich in der Gegend um Fulda. Sprachlich sind jedoch mehrere Dialekte vermischt. Das Gedicht besteht aus 68 zweiteiligen Langversen und nutzt statt Endreimen den sogenannten Stabreim, also Alliterationen.

Der Beginn des Textes, der auf das Hörensagen verweist, zeigt, dass das „Lied“ mündlich weitergegebenen wurde.

Ik gihorta dat seggen,
ðat sih urhettun ænon muotin,
Hiltibrant enti Haðubrant untar heriun tuem.

In der Geschichte wird die Ehre eines Kriegers zum Problem, weil beim Kampf um diese Ehre das Leben von Vater und Sohn akut gefährdet ist. Der Ausgang des Duells fehlt im Original, weil die Handschrift zu früh endet, doch Vergleiche mit anderen Texten lassen vermuten, dass der Sohn starb.

Als historischer Hintergrund der Handlung gilt eine Schlacht zwischen dem ostgotischen König Theoderich (Dietrich) und dem Germanen Odoaker, der als Nachfolger des römischen Kaiser Romulus Augustulus den Königsthron in Italien beanspruchte.

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