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 Die Passion Christi



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 Handlung


Der Film zeigt die letzten Stunden im Leben Jesu Christi. Die Handlung beginnt im Garten Getsemani, wo Jesus zu Gott betet. Dann wird er festgenommen, nachdem Judas ihn verraten hat. Die Hohepriester klagen ihn an, weil er für Aufruhr im Tempel gesorgt hat und verbotene Lehren verbreitet. Der Tatvorwurf wird jedoch um Gotteslästerung erweitert, als Jesus sich als Messias und Sohn Gottes bezeichnet. Daraufhin wird er zu Pontius Pilatus gebracht. Der Statthalter muss den Mörder Barabbas freilassen. Die Hohepriester fordern eine Strafe für Jesus, aber Pilatus findet keinen Grund, ihn zu verurteilen, und schickt ihn zu König Herodes. Der kommt zum gleichen Ergebnis und schickt ihn zurück. Die Hohepriester sind wütend und drängen Pilatus, Jesus geißeln zu lassen. Aber das reicht ihnen nicht. Jesus soll am Kreuz sterben. Deshalb macht sich Christus auf den beschwerlichen Kreuzweg hinauf nach Golgota, begleitet von seiner Mutter Maria sowie Maria Magdalena. Dort wird er an das Kreuz genagelt und stirbt, um anschließend mit der Auferstehung ein Wunder zu vollbringen.

 Kritik


Der Film basiert im Wesentlichen auf den Berichten, die in den vier Evangelien des Neuen Testaments überliefert sind.

◊ Evangelium nach Matthäus, Kapitel 26 / 27 / 28
◊ Evangelium nach Markus, Kapitel 14 / 15 / 16
◊ Evangelium nach Lukas, Kapitel 22 / 23 / 24
◊ Evangelium nach Johannes, Kapitel 13 / 14 / 15 / 16 / 17 / 18 / 19 / 20

In einigen Fällen richtet Gibson sich jedoch auch nach künstlerischen Darstellungen und Legenden. Er will die Geschichte so realistisch wie möglich darstellen. Der ungewöhnlichste Aspekt ist hierbei, dass alle Darsteller die Originalsprachen Aramäisch und Latein verwenden. Ansonsten sollen vor allem die Bilder sprechen.

Kaum ein Film ist bisher so kontrovers diskutiert worden wie die von Mel Gibson inszenierte Passionsgeschichte. Deshalb gehe ich hier zunächst auf die wichtigsten Kritikpunkte ein.

1. Gewaltdarstellung
Dieser Vorwurf ist der am häufigsten und am deutlichsten genannte. Die Darstellung der Gewalt sei, so Kritiker, absolut übertrieben, u.a. war von „Splattermovie“ die Rede. Die zentralen Szenen in diesem Zusammenhang sind die Geißelung Jesu sowie die Kreuzigung. Aber was ist dabei wirklich zu sehen?
Bei der Geißelung steht Jesus zunächst über einen Holzklotz gebeugt und sein Rücken wird von den Römern mit einer Peitsche traktiert. Der geschundene Körper sinkt immer mehr zum Boden. Danach benutzen die Römer eine „neunschwänzige Katze“, die diverse blutige Striemen in den Körper Jesu reißt. Gleichzeitig werden aber weniger Details gezeigt. Man sieht abwechselnd Jesus en buste oder aus seiner Perspektive (teilweise in Zeitlupe) die Waffe, die auf ihn schwingt. Wie die Zacken sich aber in den Körper bohren, wird nicht gezeigt. Ebenso wenig sind tiefe Wunden, aus denen das Blut in Fontänen hervorschießt, oder offene Knochen zu sehen. Typische Elemente von Splatter- und Horrorfilmen fehlen also. Nach der Geißelung wird der traktierte Jesus dann weggeschleppt und Maria und Maria Magdalena wischen das Blut auf dem Platz auf.
Auf dem Kreuzweg nach Golgota wird dem Zuschauer der Anblick des Körpers zum größten Teil erspart, weil Jesus unterwegs seinen Umhang trägt. Bei der Kreuzigung selbst wird dann wieder Gewalt angewandt. Jesus wird am Kreuz festgenagelt, was aber wieder nur teilweise offen gezeigt wird. Man sieht, wie der Nagel auf seiner Hand angesetzt wird, aber kaum, wie er durch die Hand geschlagen wird. Stattdessen sieht man, wie das Blut unter dem Balken tropft. Fragwürdig erscheint die Szene, bei der ein Arm aus dem Schultergelenk gerissen wird, weil das Loch für den Nagel zu weit außen angebracht ist. Allerdings fließt dabei kein Blut. Das ist am Ende der Kreuzigung kurz zu sehen, als der römische Soldat Longinus mit einem Speer seitlich in den Körper Jesu sticht, um sicherzustellen, dass er schon tot ist. Daher verzichten die Soldaten auch darauf, ihm die Beine zu brechen.
Die Darstellung der Gewalt ist also hart, aber nicht übertrieben oder unzumutbar. Ob die Freigabe ab 16 oder 18 Jahren angemessen ist, lässt sich diskutieren. Andere Filme bieten jedoch deutlich schlimmere Szenen. Auch Bilder von Terroropfern oder Menschen mit großflächigen Verbrennungen, wie sie fast täglich in Nachrichtensendungen zu sehen sind, erscheinen da grausamer. Außerdem hat Gibson diese Inhalte nicht erfunden. Wenn man die Passionsgeschichte realistisch darstellen will, kommt man an Gewalt nicht vorbei. Denn wie ein Kritiker einmal bemerkte, war das Geschehen damals „kein Kaffeekränzchen“.

2. Judenfeindlichkeit
Dieses Thema ist angesichts der deutschen Geschichte natürlich immer heikel und es ist grundsätzlich absolut angebracht, damit sensibel umzugehen. Speziell auf den Film bezogen, erweisen sich kollektive, undifferenzierte Vorwürfe jedoch als haltlos.
Es ist keinesfalls so, dass das ganze Volk lautstark von Pilatus fordert, Jesus zu kreuzigen. Es sind einzelne Hohepriester, die den Tod verlangen und dann das Volk gegen den römischen Statthalter aufhetzen. Zudem folgt Gibson hier dem Bericht der Evangelien, die konsequenterweise auch als judenfeindlich bezeichnet werden müssten. Auch der berüchtigte Satz „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder“ ist in Wirklichkeit weniger dramatisch, als er erscheint. Denn es handelt sich hierbei nur um eine juristische Formel, mit der die Schuld des Angeklagten bestimmt wurde.

3. Quellen
Die Passionsgeschichte Jesu Christi wird in den vier Evangelien überliefert. Gibson beruft sich im Wesentlichen auch auf diese Schriften des Neuen Testament. Die Handlung ist eine Mischung aus den Berichten von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Allerdings beginnt der Film erst im Garten Getsemani. Die vorherigen Stationen im Leben Jesu (u.a. die Bergpredigt und das Letzte Abendmahl) werden als Rückblenden eingebaut. Dadurch verstößt Gibson zwar gegen die chronologische Ordnung, erreicht jedoch interessante Effekte. So wird beispielsweise das Abendmahl parallel zur Kreuzigung gezeigt. Einerseits predigt Jesus die Liebe zu allen Menschen, andererseits sorgen diese Menschen gerade dafür, dass er stirbt. An manchen Stellen weicht Gibson jedoch von der damaligen Realität ab.
Auf dem Weg nach Golgota trägt Jesus – später mit der Hilfe des Simon von Cyrene – das ganze Kreuz. üblich war es jedoch, dass der Verurteilte nur den Querbalken trug, während der senkrechte Balken schon an der Kreuzigungsstätte bereit lag oder stand. In diesem Fall folgt Gibson eher den künstlerischen Darstellungen des Kreuzwegs.
Bei der Kreuzigung wird Jesus an den Händen festgenagelt. So wie es bis heute viele Abbildungen von Kreuzen zeigen. Auch die Stigmata, die bei manchen Menschen angeblich auftraten, erscheinen auf den Handflächen. Dies ist jedoch wenig sinnvoll, weil so das Gewicht des Körpers nicht gehalten werden konnte. Stattdessen wurden die Nägel in Wirklichkeit durch die Handgelenke oder die Unterarme geschlagen.
Auf dem Kreuzweg begegnet Jesus einer Frau namens Veronika, die ihm mit einem Tuch das Gesicht abwischt. Diese Begegnung beruht auf einer Legende. Demnach soll auf dem Schweißtuch ein Abdruck des Gesichts zurückgeblieben sein, weshalb das Tuch als reales Zeugnis für die Gestalt Jesu gilt. Zunächst wurde das „vera icon“ (wahre Zeichen) mit dem Garten Getsemani verbunden. Später wurde es dann als Veronika personifiziert und zum Kreuzweg verlegt. In Byzanz wird die gleiche Reliquie als Abgartuch oder Mandylion bezeichnet. Vergleichbar ist dieser Fall mit dem berühmten Turiner Grabtuch.
Eine kleine Abweichung ergibt sich bei der Schrifttafel am Kreuz. Die Inschrift INRI wird im Film zweisprachig gezeigt, während die Bibel von drei Sprachen (Latein, Griechisch und Hebräisch) spricht.

Gibson hat den Film komplett in den damaligen Originalsprachen Latein und Aramäisch gedreht. Ursprünglich wollte er sogar auf Untertitel verzichten, weil die Bilder für sich sprechen sollten. Die Bilder sind in der Tat eindrucksvoll und wirken sehr intensiv auf den Betrachter. Durch die antiken Sprachen erhält der Film eine gewisse historische Distanz. Ein deutsch sprechender Jesus oder Pilatus würde nicht so realistisch erscheinen.
Muss man das Evangelium kennen, um den Film sehen zu können? Nein. Zumindest nicht, wenn man ihn einfach als interessante, spannende Geschichte betrachtet. Um die Handlung jedoch verstehen und nachvollziehen zu können, ist eine gewisse Kenntnis der biblischen Texte nötig. Dann kann man nämlich auch die zentralen Textstellen aus der Heiligen Schrift wiedererkennen. Darüberhinaus tauchen zahlreiche Ausdrücke auf, die heutzutage als Redewendungen geläufig sind (den Kelch an mir vorübergehen lassen; seine Hände in Unschuld waschen; von Pontius zu Pilatus).
Etwas unklar bleibt die Inszenierung der Auferstehung, die am Ende des Films kurz angefügt wird. Warum sitzt / steht der von allen Wunden außer den Stigmata geheilte Jesus neben seinem leeren Grabtuch?

Mel Gibson hat eine eindrucksvolle Darstellung der Passionsgeschichte geschaffen. Die Kritiker kommen gegen die Macht, die von den Bildern und der Geschichte ausgehen, nicht an. Die Passion Christi hat eine intensive Wirkung, von der man so schnell nicht wieder loskommt.


 Letzte Änderung dieser Seite am 28.6.2016 um 23:02 Uhr
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