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 Die Welt ohne uns. Reise über eine unbevölkerte Erde

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Inhalt
Im Prolog schildert der Autor seine Eindrücke über das indigene Volk der Zápara in Ecuador, deren Leben durch die moderne Land- und Forstwirtschaft bedroht ist. Ana María, eine Frau aus diesem kleinen Volk, stellt angesichts des Konsums von Affenfleisch eine Frage, die zum Motto für das gesamte Buch wird: „Wenn wir jetzt so weit sind, dass wir unsere Ahnen essen, was bleibt uns dann noch?“ (Seite 12)
Weisman untersucht von Menschen unberührte oder verlassene Orte, um daraus Rückschlüsse auf eine Zukunft ohne Menschen zu gewinnen. Im ersten Kapitel des Buches („Ein Echo des Paradieses“) stellt er mit dem Forstwirt Andrzej Bobiec die Puszcza Białowieska vor, den letzten Urwald Europas an der Grenze zwischen Polen und Weißrussland. Während sich Tiere und Pflanzen hier ungestört und frei entwickeln können, hat der Mensch in den Städten das Erscheinungsbild der Erde deutlich verändert. Das zweite Kapitel („Vom Untergang unserer Häuser“) widmet sich der Frage, wie unsere Häuser ohne menschliche Kontrolle zerfallen. Holz wird zerfressen, der Frost lässt Rohre und Fenster platzen. Am Beispiel von New York City beschreibt Weisman im dritten Kapitel („Die Stadt ohne uns“) die vielfältigen Auswirkungen auf die Städte. In die ursprüngliche Insel Manhattan haben die Menschen Schächte für die U-Bahn gebaut, die der Stadt zum Verhängnis werden, wenn die Bewohner verschwinden. Während der Untergrund mit Wasser vollläuft, wachsen Pflanzen im aufgerissenen Asphalt. Blitze lösen Brände aus, die von niemandem gestoppt werden und der Rost schwächt allmählich die Brücken. Die einheimische Flora muss sich gegen importierte Pflanzen wehren.
Im folgenden Kapitel („Die Welt unmittelbar vor uns“) blickt der Autor zurück und stellt fest, dass die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre durch menschlichen Einfluss enorm angestiegen ist. Eine Reduzierung auf Werte, wie sie vor dem Auftreten der Menschheit herrschten, würde rund 100.000 Jahre dauern. Welche Auswirkungen dies auf die Temperaturen hat, ist unter den Forschern umstritten. Aus Bohrkernen am afrikanischen Tanganjikasee ergibt sich ein Bild aus der Zeit, in der sich Menschen und Affen trennten, während es im Gombe Stream National Park Hinweise auf eine Vermischung mehrerer Spezies gibt. Das fünfte Kapitel („Die untergegangene Arche“) untersucht das Zusammentreffen des Menschen mit der prähistorischen Megafauna, bei der die Overkill-Hypothese eine wichtige Rolle spielt. Demgegenüber steht „Das afrikanische Paradox“ (Kapitel 6), weil sich die Tiere auf diesem Kontinent an die Menschen anpassten.
Mit dem siebten Kapitel („Was zerfällt“) kehrt Weisman zurück in die Gegenwart und stellt den zypriotischen Ort Varoscha vor, der wegen seiner Lage auf der Grünen Linie in Folge des Zypernkonflikts zur Geisterstadt verkommen ist. Anhand der Türkei zeigt der Autor im achten Kapitel („Was bleibt“), dass alte und unterirdische Bauwerke trotz Erdbeben und Fluten länger überleben werden als viele moderne Gebäude. Als besonderes Beispiel nennt er die unterirdische Stadt Derinkuyu in Kappadokien.
Zu den widerstandsfähigsten Materialien, die die Menschen zurücklassen, gehören alle Arten von Kunststoff. Diese sind wegen der langen Polymer-Ketten kaum biologisch abbaubar und belasten Ökosysteme wie die Ozeane. Ähnlich verhält es sich mit Produkten, die aus Erdöl hergestellt werden. Raffinerien wie die Anlagen von Goodyear in Texas geraten beim Verschwinden der Menschen außer Kontrolle und belasten noch lange Zeit die Natur. Im elften Kapitel beschäftigt sich Weisman nochmal ausführlich mit dem Wald und der Vegetation. Er schildert, wie sich die Wälder ohne den Menschen entwickeln und zeigt mit Hilfe des Rothamsted-Archivs, welchen Einfluss Chemie und Gene haben könnten.
Wie die antiken Weltwunder und neue Errungenschaften wie der Panamakanal oder das Mount Rushmore National Memorial die Zukunft überstehen, erfahren die Leser im zwölften Kapitel. Eine negative Eigenschaft des Menschen, der Krieg, hinterließ unter anderem die Demilitarisierte Zone in Korea, in die allmählich wieder die Natur zurückkkehrt. Ein Verschwinden der Menschheit würde auch den Vögeln helfen, weil sie seltener Opfer von Stromkabeln oder Hauskatzen würden. Ein „strahlendes Vermächtnis“ (Kapitel 15) hinterlässt der Mensch durch die Verarbeitung radioaktiver Materialien in Kernreaktoren. Der große Aufwand, der bei der Endlagerung des radioaktiven Abfalls betrieben wird, zeigt, wie kompliziert dieses Thema ist. Trotzdem kann sogar an verseuchten Orten wie Tschernobyl wieder Leben entstehen.
„Unsere geologischen Spuren“ (Kapitel 16) hinterlassen die Menschen überall auf der Erde, deren Oberfläche nicht nur durch die Erosion verändert wird. Außerdem beschäftigt Weisman die Frage, ob nicht nur die Maya, sondern alle Menschen tatsächlich einmal aussterben könnten. Nach diesen Gedanken folgt die Frage „Wohin gehen wir?“ (Kapitel 17). Was mit unseren Körpern und den darin / darauf lebenden Organismen nach dem Tod passiert, ist relativ eindeutig zu bestimmen. Schwieriger zu beantworten ist die Frage, ob es überhaupt möglich ist, die Menschheit völlig auszulöschen. Les Knight, der Gründer der „Voluntary Human Extinction Movement“ (Bewegung für das freiwillige Aussterben der Menschheit), äußert Zweifel: “Kein Virus könnte jemals alle sechs Milliarden Menschen erwischen. [...] Tatsächlich dienen Epidemien zur Stärkung einer Art.“ (Seite 328). Im Kapitel 18 („Sternenstaub“) beschreibt Weisman die Sounds of Earth-Platten der Voyager-Raumsonden, mit dem Arecibo-Radioteleskop verschickte Melodien und andere Wellen, die die Menschen in die Weiten des Weltalls schicken. Als wichtigsten Faktor für das dauerhafte Bestehen des irdischen Lebens nennt der Autor im letzten Kapitel die Ozeane, die „zwar vom Menschen heimgesucht, und doch von grenzenloser Kreativität“ seien.
Im Epilog präsentiert Weisman unter der Überschrift „Unsere Erde, unsere Seele“ einige philosophische Gedanken bezüglich der Zukunft der Welt. Schließlich schlägt er als „drakonische Maßnahme“ eine konsequente Ein-Kind-Politik vor. Dann würde die Menschheit bis 2100 auf 1,6 Milliarden Exemplare schrumpfen und die Ressourcen könnten besser genutzt werden, ohne dass die Menschheit vollständig verschwindet.

Kritik
Eine Welt ohne Menschen ist ebenso unvorstellbar wie faszinierend. Weismans Gedankenexperiment zeigt in vielen verschiedenen Perspektiven, wie intensiv der Mensch seit seinem Erscheinen die Erde beeinflusst hat, in vielen Fällen nicht zu deren Vorteil. Vieles von dem, was wir künstlich produziert haben, wird die Natur noch lange belasten, falls wir irgendwann mal verschwinden.
Andererseits offenbart die Natur beeindruckende Selbstheilungskräfte. Sie lässt sich bei der Rückeroberung des Planeten weder von Asphalt noch von Metall aufhalten. Da der Mensch die Natur noch nicht mal in seiner Gegenwart aufhalten kann (wie zahlreiche Erdbeben und Fluten beweisen), ist sein Erbe kein unüberwindliches Hindernis, auch wenn es ein paar Jahrtausende dauern kann.
Während der Lektüre lernen wir außerdem einige ungewöhnliche Orte kennen, beispielweise den europäischen Urwald oder die Geisterstadt auf Zypern. Bereits bekannte Orte wie Tschernobyl erscheinen in einem neuen Licht. Obwohl Weisman teilweise zwischen den Themen hin und her springt, lässt sich sein wissenschaftlich fundiertes Buch als spannende Geschichte lesen.
Dieses Buch regt zum Nachdenken an – über unser Verhältnis zur Natur und allgemein über unsere Existenz.


 Letzte Änderung dieser Seite am 27.4.2016 um 22:34 Uhr
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