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 Schreiben oder Leben

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Jorge Semprún wurde wegen seiner politischen Aktivitäten in der Kommunistischen Partei Spaniens von den Nationalsozialisten verhaftet und ins Konzentrationslager Buchenwald eingeliefert. Wegen seiner Deutschkenntnisse erhielt er eine Aufgabe in der „Arbeitsstatistik“. Er überlebte die grausame Zeit und schildert nun seine Erfahrungen im Lager und sein Leben nach der Befreiung.
Er berichtet von befreundeten Häftlingen wie Maurice Halbwachs, die er hilflos sterben sah. Mit Musik und Gedichten haben die Insassen versucht, den unerträglichen Alltag zu verdrängen. Immer wieder dröhnen die Worte der Nazis in Semprúns Ohren: „Krematorium ausmachen“. Er erinnert sich auch an seine Zeit als Kommunist, die er mittlerweile bereut.
Nach der Befreiung findet er nur sehr langsam ins Leben zurück. Er lernt Frauen und Freunde kennen und nimmt am gesellschaftlichen Leben teil, aber seine Eindrücke aus Buchenwald belasten ihn. Bei der Frage, wie er sie verarbeiten soll, gerät er in einen Konflikt. Einerseits entfernt er sich immer mehr vom Tod, weil er das schlimmste Grauen bereits überstanden hat, andererseits würde sein Leben stark belastet, wenn er die Zeit in Buchenwald aufarbeiten würde. Er steht vor der Entscheidung: Schreiben oder Leben?
Mit seiner Freundin Claude-Edmonde Magny diskutiert er darüber, wie man das Grauen des Konzentrationslagers in Worte fassen könnte und welche Auswirkungen eine autobiografische Erzählung für den Autor hätte. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche steht eine Aussage des Philosophen Wittgenstein: „Der Tod ist kein Ereignis des Lebens. Den Tod erlebt man nicht.“ Viele Jahre lang verzichtet Semprún auf das geplante Buch, weil er sich der Aufgabe nicht gewachsen fühlt. Doch eines Tages hört er in den Nachrichten, dass Primo Levi, ebenfalls ein KZ-Gefangener, gestorben ist.
Nun entschließt er sich zum Schreiben. Dabei wird ihm die Ironie des Schicksals bewusst: Das KZ Buchenwald liegt ausgerechnet am Ettersberg in unmittelbarer zu Weimar, der Stadt des großen deutschen Dichters Johann Wolfgang von Goethe. Als Semprún 1992 auf Anfrage eines Journalisten nach Buchenwald zurückkehrt, hat er Thomas Manns „Lotte in Weimar“ im Gepäck, ein Buch über die Protagonistin in Goethes „Werther“-Roman. Nach einem Rundgang über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers sieht er ein Bild vor Augen: die Flammen des Krematoriums.

Kritik


Semprúns drittes Buch über seine Erfahrungen als Gefangener von Buchenwald ist keine leicht verdauliche Literatur. Dazu trägt neben dem sensiblen Thema vor allem die Struktur bei.
Der Autor wechselt in seinen Schilderungen nicht nur ständig zwischen dem Leben im Lager und der Zeit nach der Befreiung, sondern auch zwischen Realität und Fiktion. Er mischt seine autobiografischen Erfahrungen mit erfundenen Geschichten. Er spricht explizit über seine Schwierigkeiten beim Schreiben und über seine beiden vorherigen Bücher Die große Reise und Was für ein schöner Sonntag. Außerdem enthält der Text zahlreiche Anspielungen auf Schriftsteller, Musiker, Philosophen und die politische Situation in Spanien während des Franco-Regimes.
Trotzdem ist das Buch lesenswert. Gerade die verworrene Strukturen sowie die zahlreichen Abschweifungen und Wiederholungen offenbaren, wie sehr die eigene Vergangenheit den Autor belastet. Für ihn ist es letztlich kaum möglich, die richtigen Worte zu finden. Niemand, der nicht selbst in einem Konzentrationslager war, kann das Leiden der Gefangenen nachvollziehen. Aber Menschen wie Jorge Semprún können uns die Erfahrungen einigermaßen näher bringen.


 Letzte Änderung dieser Seite am 27.4.2016 um 22:35 Uhr
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Inferno: Handlung und Kritik hinzugefügt

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