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Rom ——
MSchnitzler2000 - Reisen - Rom
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Hier sehen Sie einen Bericht über meine Reise nach Rom 2004!

PROLOG

Die Verkündigung

Es geschah an einem Mittwoch im Dezember 2003. Dr. Peter Glasner eröffnete die Sitzung seines Proseminars mit einer spektakulären Ankündigung: Die ältere Abteilung des IDSL der Universität zu Köln veranstaltet im Juni 2004 eine Exkursion – nach Rom! Nicht für einen Tag mit dem Bus an einen Ort in Deutschland fahren, um sich irgendwelche Handschriften anzusehen. Nein, es geht eine ganze Woche nach Rom.
Rom – das Zentrum der antiken Welt. Rom – die caput mundi. Rom – die Hauptstadt, die christliche Pilger ebenso selbstverständlich besuchen wie alle großen Vertreter von Kunst und Kultur.
Dass die Reise in Windeseile ausgebucht war, versteht sich daher von selbst. 28 Teilnehmer(innen) – Dozenten, Mitarbeiter und Studierende – fuhren schließlich nach Italien.

Das Kolloquium

Aber vor der praktischen Erfahrung stand dann noch die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema „Rombilder im Mittelalter“. Dazu wurde im Sommersemester 2004 ein Kolloquium veranstaltet. Dass man sich damit der Ansicht des Johann Wolfgang von Goethe widersetzte, wurde großzügig ignoriert. Denn der bekannteste deutsche Autor hatte in seinem Bericht über die Italienische Reise festgestellt, dass man „sich nur in Rom auf Rom vorbereiten“ könne.
Im Kolloquium wurde dieser Text ebenso behandelt wie die Ansichten Winckelmanns und die grand tour (Birken, Archenholtz). Luther offenbarte in seiner gewohnt markanten Sprache ein sehr negatives Bild von Rom, da er zwischen seinem Besuch in Rom und dessen literarischer Aufzeichnung die von ihm initiierte Kirchenspaltung erlebt hatte. In weiteren Sitzungen wurden das Konzept der translatio, die Texte Petrarchas, Walthers von der Vogelweide sowie aus der Carmina burana besprochen. Zentrale Bedeutung für die Betrachtung Roms hat das Werk Mirabilia Romae mit der Historia et descriptio. In diesem Zusammenhang stehen die Pilgerberichte und das Thema Ablass. Abgeschlossen wurde das Kolloquium mit einem Gastvortrag der Mirabilia-Forscherin Nine Miedema. Inwiefern diese Veranstaltung hilfreich war, möge jede(r) Beteiligte für sich entscheiden.

KAPITEL 1 (Montag, 14. Juni 2004)

Ankunft und Hotel

Nach dieser intensiven Vorbereitung war es dann endlich so weit. Gegen 13:30 Uhr startete der Flug 4U886 von Germanwings® auf dem Flughafen Köln-Bonn. Rund zwei Stunden und ein paar Turbulenzen später konnten wir auf dem Aeroporto Leonardo da Vinci in Rom-Fiumicino italienischen Boden betreten. Mit dem Zug gelangten wir über Trastevere in die Via Monte del Gallo, nur 800 Meter südlich des Petersplatzes. Dort nahmen wir zunächst unsere Unterkunft in Augenschein. Das Hotel „Casa Tra Noi“ erwies sich als relativ schlichte Unterkunft für Pilger, aber für unsere Zwecke war das genau das Richtige. Und für die Fußballfans unter uns war in Sachen EM auch gesorgt. Um 19.30 Uhr wurde uns dann erstmals das umfangreiche Abendessen serviert, bei dem Nudeln gerade mal die Vorspeise sind. Allerdings sollte sich die Auswahl der Hauptgerichte in den nächsten Tagen noch als ziemlich eintönig erweisen (Auberginen und Zucchini waren irgendwie immer dabei).

Abendspaziergang

Als einzigen Programmpunkt für diesen Tag gab es nach dem Essen einen „Abendspaziergang“. Wer sich dabei jedoch auf einen gemütlichen Stadtbummel eingestellt hatte, sah sich getäuscht. Stattdessen wurden einige Highlights der folgenden Tage (Petersplatz, Kapitol etc.) schon einmal im Schnelldurchlauf betrachtet. Außerdem konnten wir uns dabei schon einmal mit dem Verhalten im Straßenverkehr vertraut machen. Wer in Rom als Fußgänger eine Straße überqueren will, muss sich nämlich (wie die Einheimischen) todesmutig vor die Autos stürzen oder lange warten. Ampeln sind in der Stadt nach dem Zufallsprinzip verteilt. Zur groben Orientierung können Sie diesen Stadtplan nutzen.

KAPITEL 2 (Dienstag, 15. Juni 2004)

Deutsches Historisches Institut

Nachdem wir am frühen Morgen unser erstes italienisches Frühstück mit hohlen Brötchen, Käse und Marmelade verzehrt hatten, gingen wir ins Deutsche Historische Institut, wo uns Prof. Arnold Esch einen sehr interessanten Vortrag über die Veränderung römischer Bauwerke im Laufe der Jahrhunderte präsentierte. Sofern diese nicht mehr ihren ursprünglichen Zweck erfüllen, werden sie entweder umfunktioniert (z.B. Kirchen statt Tempel) oder sie verfallen allmählich. Häufig ist auch zu beobachten, dass Bestandteile bestimmter Bauwerke als sog. Spolien in neue Bauten integriert werden. So kann ein Experte z.B. im Petersdom Teile identifizieren, die ursprünglich im antiken Viertel (Kolosseum, Forum Romanum) zu finden waren. Schließlich sprach der Referent dann noch einen Satz, der im weiteren Verlauf der Exkursion immer wieder gerne zitiert wurde: „Jedes Loch ist historisch interpretierbar.“

Engelsburg

In der Mittagspause konnten wir die Stadt dann erstmals selbstständig erkunden. Diese Gelegenheit nutzte ich, um mir die Engelsburg mit der Engelsbrücke schon einmal anzusehen, da ich zu diesem Bauwerk ein Referat halten sollte. Mehr dazu in Kap. 4.

Piazza Navona

Unser gemeinsamer Rundgang am Nachmittag begann auf der Piazza Navona. Auffällig an diesem zentralen Platz ist der sog. Vier-Flüsse-Brunnen, der an allen vier Seiten mit großen Figuren geschmückt ist.

Pantheon

Durch eine unscheinbare Gasse gelangt man zum Tempel aller Götter, dem Pantheon. Der Rundbau, der laut Inschrift Agrippa zugeschrieben wird, wurde mehrmals neu gebaut – zuletzt unter Hadrian – und später zu einer Kirche umfunktioniert. Auffällig am Inneren des Pantheon, dessen Durchmesser der Höhe entspricht, ist die kugelförmige Decke, an deren Spitze durch ein Loch Verbindung zur Außenwelt besteht.

Santa Maria in Aracoeli

Unser weiterer Weg führte uns dann zu einem Komplex, bei dem man deutlich erkennen kann, wie dicht gedrängt die Highlights in Rom teilweise angesiedelt sind. Am Ende der Piazza Venezia stehen wir vor dem mächtigen Denkmal des Vittorio Emanuele, das ich am Freitag näher betrachtet habe. Wenn man an der rechten Seite vorbeigeht, sehen wir zwei große Treppen. Die linke Treppe führt mit über 100 Stufen hinauf zur Kirche Santa Maria in Aracoeli. Sie wird als Himmelsleiter angesehen, die uns Gott näher bringen soll. Am oberen Ende befindet sich dann der „Altar des Himmels“ (ara coeli), der dem Gotteshaus den Namen gab. An der gleichen Stelle befand sich übrigens früher der Tempel der Juno Moneta (der mahnenden Juno), der eng mit einer Münzstätte verbunden war, weshalb wir noch heute von Moneten sprechen.

Kapitol

Rechts neben der Kirche geht es hinauf zum Kapitol. Von dieser Stelle, die zu den bekannten sieben Hügeln gehörte, breitete sich die Stadt Rom allmählich aus. Der Zugang zur Piazza del Campidoglio wird von Castor & Pollux bewacht. Auf der rechten Seite befindet sich der Konservatorenpalast, links der Neue Palast, der das Kapitolinische Museum beherbergt. In der Mitte des Platzes, vor dem Senatorenpalast, sehen wir die Reiterstatue des römischen Kaisers Marc Aurel, der in gebieterischer Haltung auf die Stadt blickt. Der Senatorenpalast selbst ist architektonisch interessant. Ursprünglich lag der Zugang zum Kapitol nämlich am gegenüberliegenden Ende. Dass die heutige Front des Gebäudes im wahrsten Sinne des Wortes nur eine Fassade ist, erkennt man, wenn man dieses von der Seite betrachtet.

Forum Romanum

Wenn man seitlich am Palast vorbeigeht, kann man über das Zentrum des antiken Lebens blicken – das Forum Romanum. Dabei kann man die einzelnen Bögen ebenso sehen wie das Kolosseum im Hintergrund. Eine ausführliche Führung durch das antike Rom stand am Freitag an. Direkt rechts daneben gibt es die südeuropäische Perspektive.

Marcellus-Theater

Die nächste Station war das Marcellus-Theater. Hier kann man genau die Veränderungen, die im vormittäglichen Vortrag beschrieben wurden, aus der Nähe betrachten. Nachdem das Theater nicht mehr in seiner ursprünglichen Funktion benutzt wurde, bauten die Römer ihre Häuser direkt auf oder unter die steil ansteigenden Zuschauerränge. Auch heute noch sieht man die runden Wände, die dem Halbkreis der Tribüne entsprechen.

Campo de Fiori und Pasquino

Der Campo de Fiori ist heute einer der wichtigsten und der bekannteste Marktplatz Roms. In seiner Mitte wird mit einer Statue an den Philosophen Giordano Bruno erinnert, der im Zuge der Inquisition als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde.
Eher unscheinbar ist dagegen der Pasquino. Er wird als „sprechende Statue“ benutzt, um mittels angehefteter Zettel Botschaften aller Art zu verbreiten.

KAPITEL 3 (Mittwoch, 16. Juni 2004)

Biblioteca Nazionale Centrale

Am Vormittag wurden wir zunächst ausdrücklich daran erinnert, dass wir uns als mediävistische Germanisten in Rom aufhielten. Denn jetzt stand ein Besuch in der Biblioteca Nazionale Centrale auf dem Programm. Dort machten uns zwei Bibliothekarinnen mit einigen alten Handschriften vertraut. Das größte Interesse erweckte dabei eine Originalausgabe der Mirabilia Romae, aus der wir im Kolloquium bereits einige Auszüge gelesen hatten. Zur Belustigung der Gruppe gab es einen Übersetzungsfehler, der den Seefahrer Marco Polo zum Reisegefährten des Amerika-Entdeckers Christoph Kolumbus machte.

Museo Nazionale Romano

Mittags ging ich dann durch die Stadt ins Museo Nazionale Romano. In diesem Museum kann man viele Statuen sowie Mosaike und Gemälde aus diversen römischen Villen studieren.

San Clemente

Am Nachmittag widmeten wir uns dann dem christlichen Rom, indem wir mehrere Kirchen besichtigten. Die erste war San Clemente, die man durch einen Innenhof betritt. Im Inneren des Gotteshauses erkennt man sofort den großen Prunk, der alle größeren Kirchen Roms auszeichnet – an Decke und Säulen ebenso wie an den Inschriften. Im Vergleich dazu erscheinen selbst die großen deutschen Kirchen, wie z.B. der Kölner Dom, ziemlich bescheiden. Interessant an San Clemente ist, dass sich unter der heutigen Kirche gleich drei weitere Schichten befinden. Wenn man in die unterirdischen Gänge hinabsteigt, sieht man u.a. die überreste des antiken Mithras-Kultes. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie römische Gebäude im Laufe der Zeit umfunktioniert wurden.

San Giovanni in Laterano

An einem Obelisken vorbei geht es zur Kirche San Giovanni in Laterano. Auch wenn der Petersdom mittlerweile die Rolle als bekannteste Kirche und Zentrum des Christentums übernommen hat, so ist die Johannes-Basilika nach wie vor der Bischofssitz. Das mächtige Bauwerk, das ursprünglich – wie die Inschrift zeigt – dem Erlöser Christus geweiht war, erinnert nicht nur wegen der Figuren über dem Giebel an St. Peter. Auch die Dimensionen im Inneren sind beträchtlich. Zwölf Statuen von Aposteln sind ebenso zu bewundern wie Bischofsgräber, einige kleinere Statuen und komplexe Deckengemälde.
Schräg gegenüber liegt die Kirche Scala Santa. Das Highlight ist die gleichnamige Treppe, die mit einer interessanten Legende verbunden ist. Demnach handelt es sich um die Treppe, über die Jesus nach der Geißelung zu Pontius Pilatus ging, wobei er Blutspuren hinterließ. Im Gedenken an diese Episode der Passionsgeschichte dürfen gläubige Christen die Treppe nur auf Knien emporsteigen und müssen bei jeder Stufe einen Rosenkranz beten.

San Pietro in Vincoli

Die Kirche San Pietro in Vincoli verdankt ihren Namen den dort aufbewahrten Ketten, mit denen Petrus im Jerusalemer Gefängnis gefesselt war. Das auffälligste Monument in dieser Kirche, in der neben dem opulenten Schmuck und der aufwendigen Deckengestaltung einige ungewöhnliche Darstellungen zu finden sind, ist das Grabmal Julius II., das von einer Moses-Statue in der Mitte dominiert wird. Auch der deutsche Kardinal Nikolaus von Kues fand hier seine letzte Ruhe.

KAPITEL 4 (Donnerstag, 17. Juni 2004)

Vatikanische Museen

Am Donnerstag besuchten wir zunächst den einzigen Staat, der sich innerhalb einer Stadt befindet – den Vatikan. Die Museen, die sich im Hoheitsgebiet des Papstes befinden, beherbergen nahezu unendlich viele Exponate. Das Highlight ist dabei die Sixtinische Kapelle mit spektakulären Gemälden des großen Künstlers Michelangelo. Dazu gehört das riesige Bild vom „Jüngsten Gericht“ ebenso wie „Die Erschaffung Adams“ oder die Zyklen mit Jesus und Moses. Da in der Kapelle das Fotografieren verboten ist, verweise ich auf eine sehr gute Homepage. In den Vatikanischen Museen kann man Statuen ebenso betrachten wie gemalte Landkarten. Dabei marschiert man durch lange Gänge mit leuchtenden Decken. Die bekanntesten Werke der Bildhauer-Kunst erlebt man aus nächster Nähe. Dazu gehören die Laokoon-Gruppe, der Apoll von Belvedere, der Torso von Belvedere, Perseus mit dem Medusa-Kopf und der Flussgott Tigris. Die Malerei wird am eindrucksvollsten durch die Stanzen Raffaels repräsentiert. Die bekanntesten Gemälde sind die Schule von Athen, La Disputa (Streit um das Allerheiligste) und die Krönung Karls des Großen.

Petersdom

Anschließend haben wir uns dann dem Petersdom zugewandt. Die größte Kirche der Welt ist wohl jedem Christen bekannt. Die Ausmaße und die Bedeutung dieses zentralen Bauwerks der Christenheit sind nur mit Superlativen zu beschreiben. Wenn man die mehreren Hundert Stufen auf die etwa 120 Meter hohe Kuppel hinaufsteigt, erlebt man einen eindrucksvollen Ausblick auf die Stadt. Auch vom Boden aus betrachtet, erkennt man die Symmetrie, mit der der Petersplatz gestaltet ist, sowohl rechts als auch links (von St. Peter aus gesehen). Im Inneren des Petersdoms offenbart sich ein Reichtum, der selbst die anderen römischen Kirchen überragt. Direkt rechts vom Eingang sieht man die von Michelangelo entworfene Pièta. Maria trauert um ihren gerade am Kreuz gestorbenen Sohn Jesus. Neben den auch in anderen Kirchen anzutreffenden Bischofsgräbern findet man im Petersdom zahlreiche große Statuen. Dazu gehören Helena, die Mutter Konstantins mit dem Kreuz Jesu, sowie Veronika, auf deren Schweißtuch Jesus auf dem Kreuzweg seinen Gesichtsabdruck hinterließ. Die bekannteste Tür zum Petersdom ist die meiste Zeit zugemauert. Denn die Porta Sancta wird nur in Jubeljahren, d.h. alle 25 Jahre, geöffnet. Mit einem Blick auf die Schweizergardisten verließen wir den Vatikan.

Engelsburg

Von dort aus ging es weiter zur Engelsburg. Das Castel Sant'Angelo hat eine ebenso interessante wie abwechslungsreiche Geschichte hinter sich. Ursprünglich wurde es als Mausoleum für Kaiser Hadrian und seine Nachfolger gebaut. Später diente es u.a. als Gefängnis und Festung für die Päpste. Diese flohen oft vor ihren Feinden, z.B. Papst Clemens VII. beim Sacco di Roma 1527 vor den Söldnertruppen Karls V. Dazu nutzten sie den Passetto, einen Geheimgang, der vom Vatikan zur Engelsburg führt. Seinen heutigen Namen erhielt das Bauwerk, das heute ein Museum beherbergt, im Jahre 590 durch eine Vision Gregors des Großen. Auf der Spitze der Engelsburg thront deshalb auch ein Engel, zunächst aus Marmor, dann der jetzige aus Bronze. Von der Terrasse hat man einen guten Ausblick auf Rom. Die Statuen auf der Engelsbrücke tragen alle Symbole, die mit der Passionsgeschichte Jesu zu tun haben, u.a. das Kreuz, die Dornenkrone, die Nägel und die Lanze. Da die Engelsburg bei der Exkursion mein eigenes Referatsthema war, habe ich viele weitere Informationen zu diesem Thema gesammelt: Engelsburg.doc.

Pizzeria

Am Abend konnten wir schließlich einmal etwas anderes essen als Nudeln und Zucchini. Auf Einladung unserer Seniorchefs gingen wir gemeinsam in eine gemütliche Pizzeria.

KAPITEL 5 (Freitag, 18. Juni 2004)

Villa Borghese

Der Freitag wurde wörtlich genommen und zur freien Verfügung gestellt. Ich begab mich zunächst mit einer Gruppe in den Norden Roms zur Villa Borghese. Von dort konnten wir einen Blick auf die Stadt werfen, der in alle Richtungen interessante Ansichten bot. Im weitläufigen Park standen überall Büsten mehr oder weniger bekannter Menschen herum, u.a. die des Mathematikers Pythagoras. Das Kunst-Museum Borghese betraten dann allerdings nur wenige aus unserer Gruppe, da wir rund zwei Stunden auf den Eintritt hätten warten müssen. Stattdessen ging ich zurück in die Stadt.

Fontana di Trevi

Zunächst betrachtete ich in aller Ruhe die Fontana di Trevi. Der berühmteste Brunnen der Welt bietet vom Giebel über die Fassade bis zu den Figuren einen eindrucksvollen Anblick und ist deshalb auch ein beliebter Treffpunkt.

Santa Maria sopra Minerva

Anschließend wanderte ich am Pantheon vorbei zur Kirche Santa Maria sopra Minerva, vor der ein kleiner Obelisk mit einem Elefanten steht. Die Kirche, die innen mit dem mittlerweile bekannten Schmuck ausgestattet ist, ist ein weiterer Beleg dafür, wie die christliche Religion ältere Kulte verdrängte. Denn wie der Name schon verrät, befindet sich dieses Gotteshaus über dem Tempel der antiken Minerva.

Il Gesù

Die Kirche Il Gesù, bei der das Christus-Monogramm IHS über dem Eingang deutlich zu erkennen ist, konnte ich wegen ungünstiger Öffnungszeiten leider nicht von innen betrachten.

Vittorio Emanuele

Deshalb ging ich weiter zum Denkmal des Vittorio Emanuele. Dieses Monument, das auch von der Seite betrachtet steil emporragt, ist dem ersten italienischen König gewidmet. Oberhalb von großen Reliefs erhebt sich die Reiterstatue des Nationalhelden. Von oben hatte man einen guten Ausblick auf das antike Viertel. In unmittelbarer Nähe des Monument findet man sowohl die Foren Trajans und Augustus als auch die Trajansäule.

Kolosseum

Das Highlight des Tages war dann der Rundgang durch das antike Rom, der am Kolosseum begann. Das wohl bekannteste Bauwerk der Antike, dessen Mauern an einer Seite verfallen sind, wurde unter Kaiser Vespasian errichtet, auch wenn eine Inschrift einen Papst Pius hervorhebt. Das Flavische Amphitheater, das seinen Namen wohl einer großen Statue Neros verdankt, war quasi der Vorläufer heutiger Stadien und Arenen. Hier wurden dem euphorischen Volk „panem et circenses“ (Brot und Spiele) geboten. Todgeweihte Gladiatoren kämpften mit Löwen und manchmal wurde der Innenraum des gewaltigen Bauwerks auch unter Wasser gesetzt, um Seeschlachten zu veranstalten. Die Berichte, wonach auch zahlreiche Christen bei den Kämpfen ihr Leben ließen, an die ein großes Kreuz erinnert, sind heutzutage sehr umstritten.

Forum Romanum

Vorbei am Konstantinbogen zogen wir über die Via Sacra auf das Forum Romanum. Exemplarisch für die zahlreichen Bauwerke, die einst diesen zentralen Platz des antiken Lebens schmückten und heute z.T. nur noch als Ruinen zu sehen sind, nenne ich hier den Titusbogen, den Tempel für den Hadrian-Nachfolger Antoninus Pius und seine Frau Festina, den Triumphbogen des Septimius Severus, den Saturntempel sowie das Haus der Vestalinnen, die das Feuer hüten.
Sehr empfehlenswert ist übrigens der Guide „Rome Past & Present“, mit dem man Antike und Gegenwart der Sehenswürdigkeiten anschaulich vergleichen kann.

KAPITEL 6 (Samstag, 19. Juni 2004)

Santa Maria Maggiore

Am letzten Tag der Exkursion gab es als einzigen Programmpunkt den Besuch der Kirche Santa Maria Maggiore. Dieses Gotteshaus ist mit einer seltsamen Gründungslegende verbunden. Die Kirche sollte an der Stelle errichtet werden, an der Schnee fällt - mitten im August! Im Portikus befindet sich - wie im Petersdom - eine Porta Santa, die nur in Jubeljahren geöffnet wird. Das Innere des Gebäudes, in dem wir dann auch noch eine Hochzeit beobachten konnten, ist genauso eindrucksvoll wie alle anderen geistlichen Bauwerke in Rom.

Hotel

Vorbei an einer von vielen Säulen ging es dann wieder zu unserem Hotel. In den Zimmern konnten wir nicht nur religiöse Bilder betrachten, sondern uns ebenso wohlfühlen wie im Innenhof und auf der Terrasse.

Ciao!

Am Nachmittag mussten wir uns jedoch leider von „Bella Italia“ verabschieden. Mit Germanwings-Flug 4U887 ging es zurück ins kalte, verregnete Deutschland.

FAZIT


Die Exkursion hat sich zu 100% gelohnt. Rom erweist sich als äußerst interessante Stadt. Wer einmal selbst da war, kann nachvollziehen, warum ein Besuch im Zentrum der antiken und christlichen Welt auch heute noch nicht nur für Pilger und Größen &aacut; la Goethe Pflicht ist. Die Stadt ist im wörtlichen und übertragenen Sinn riesig.
Zu der gelungenen Exkursion haben auch die gute Stimmung in der ganzen Gruppe und das traumhafte Wetter beigetragen.
Am Ende meines Berichtes möchte ich nun Danke sagen an …
  • Heike Sahm, Tanja Mattern und Christiane Krusenbaum für die kompetente Reiseleitung
  • Prof. Hans-Joachim Ziegeler und Prof. Ursula Peters als Seniorchefs
  • Christian Seebald als Italienisch-Dolmetscher
  • Gerald Kapfhammer als Rom-Experte
  • die ganze Gruppe für die gute Stimmung und sechs interessante Tage
GRAZIE!

Weitere Infos zu Rom und seinen Sehenswürdigkeiten gibt es in nahezu unendlich vielen Reiseführern und Internetseiten. Einige interessante Links habe ich hier zusammengestellt.

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